Fempire LIVE: Terézia Mora über Adelheid Duvanel

Shownotes

Falls ihr es nicht nach Köln geschafft habt oder alles nochmal nachhören wollt: wir freuen uns, dass wir am Sonntag endlich den live-Mitschnitt von Rashas Gespräch mit der grandiosen Terézia Mora in der Comedia in Köln mit euch teilen können. Dort haben die beiden am 26. Februar vor einem voll besetzten Publikum im Rahmen des Literaturfestivals ‚kindly invited‘ über das Werk der Schweizer Schriftstellerin Adelheid Duvanel gesprochen. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön für die Einladung und Organisation an das ganze ‚kindly invited‘-Team und das Literaturhaus Köln!

Die Schriftstellerin und Übersetzerin aus dem Ungarischen Terézia Mora hat schon mehrere viel gelobte Romane geschrieben. Auch ihr letzter 2023 erschienener Roman „Muna oder Die Hälfte des Lebens“, in dem die junge Protagonistin aus der ostdeutschen Provinz einem Mann verfällt, der nicht gut für sie ist, wurde für die Shortlist des Deutschen Buchpreises ausgewählt. Neben ihren Romanen hat Terézia Erzählungen, Essays und Drehbücher verfasst, bereits zwei Poetik-Vorlesungen veröffentlicht und sie wurde schon mit so ziemlich jedem Preis, mit dem man im deutschsprachigen Literaturbetrieb ausgezeichnet werden kann, geehrt. Darunter sind der Ingeborg-Bachmann-Preis, der Georg-Büchner-Preis für ihr Gesamtwerk und der Deutsche Buchpreis für ihren 2013 erschienen Roman „Das Ungeheuer“.

Für ihr Gespräch mit Rasha hat sich Terézia gewünscht, über die 1936 geborene und 1996 verstorbene Schweizer Autorin und Journalistin Adelheid Duvanel zu sprechen. Ähnlich wie die Beziehung Munas, der Protagonistin von Terézias letztem Roman und wie ihr in der Folge hören werdet, hatte die Ehe der Schweizer Autorin Adelheid Duvanel toxische Züge. So soll ihr Mann, ein Maler, sie davon abgebracht haben, selbst in seiner Disziplin künstlerisch tätig zu werden. Das Schreiben hat sie jedoch nicht aufgegeben, sodass wir heute ihre jüngst vom Limmat Verlag in einer Gesamtausgabe gesammelten sehr kurzen, dafür aber sehr dichten Erzählungen, Feuilletons, Kolumnen und Briefe nachlesen können. In der Folge widmen sich Rasha und Terézia besonders der Entschlüsselung einiger von Duvanels Erzählungen, die Rasha als „dunkle, kleine Diamanten“ bezeichnet, sprechen über das Verhältnis von Biografie und Text, die Voraussetzungen fürs Schreiben sowie über das Entdecken, Wiederentdecken und Vergessen von Autorinnen.

Als Produzentinnen standen Rasha auch für diese Folge wieder Kathrin Albrecht und Asya Kurtuldu zur Seite.

Erwähnt wurden:

Rasha Khayat, Weil wir längst woanders sind, 2016.

Rasha Khayat, Ich komme nicht zurück, 2024.

Terézia Mora, Das Ungeheuer, 2013.

Terézia Mora, Muna oder Die Hälfte des Lebens, 2023.

Adelheid Duvanel, Fern von hier: Sämtliche Erzählungen, 2021. Herausgegeben von Elsbeth Dangel-Pelloquin.

Adelheid Duvanel, Es gibt Tage: Feuilletons, Kolumnen, Rezensionen, 2025. Herausgegeben von Christine Weder.

Adelheid Duvanel, Nah bei Dir: Briefe 1978-1996, 2024. Herausgegeben von Angelica Baum.

Toni Morrison, Salomons Lied, 2026. Aus dem Englischen von Tanja Handels. Im englischen Original 1977 erschienen.

Das Radio-Feature über Adelheid Duvanel: „Von Träumern, Spinnern, Außenseitern – Meistererzählerin Adelheid Duvanel“, WDR 3 Kulturfeature, 2024.

Die Literaturzeitschrift „Literaturen: Die Zeitschrift für Leser“.

Erwähnt wurden außerdem die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann, die Wiener Poetin Elfriede Gerstl, Franz Kafka, Ernest Hemingway und Ernst Jandl.

Transkript anzeigen

00:00:01: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Vampire, dem Podcast über Frauen die Schreiben.

00:00:27: Mein Name ist Rasha Khayyad.

00:00:29: ich bin Autorin, Übersetzerin und Host und Erfinderin von Vampires.

00:00:34: Heute haben wir eine sehr besondere Folge für euch!

00:00:37: Im Februar waren wir eingeladen, Teil des fantastischen Literaturfestivals kindly invited in Köln zu sein.

00:00:44: Fünf Tage lang haben großartige Menschen neue und innovative Formate auf die Bühne des Komediateaters gebracht um zu zeigen dass Literaturveranstaltungen nicht immer langweilige Wasserglaslesungen sein müssen.

00:00:57: Wir haben uns wahnsinnig gefreut das auch Vampire als ein solches zukunftsweisendes Format eingeladene wurde.

00:01:03: An dieser Stelle nochmal ganz herzlichen Dank an das ganze Team von Kindly Invited und im Literatorsköln, die das Festival ausgerichtet haben.

00:01:11: Es hat unheimlich Spaß gemacht dabei zu sein!

00:01:13: Vielen Dank!

00:01:14: Und heute könnt ihr endlich unsere dort aufgenommene Live-Show hören – und weil wir uns ja nicht lumpen lassen wollten, haben wir eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen auf die Bühne geholt….

00:01:26: Theresa Mora gehört zu den ganz großen Namen der deutschen Gegenwart-Literatur, die so ziemlich jeden Preis gewonnen hat – inklusive Büchnerpreis und Deutschen Buchpreis.

00:01:36: Ihre Romane, Kurzgeschichten und vor allem ihre Poetikvorlesungen und Essays gehören für mich zum Gegenwahrtskanon komplett dazu!

00:01:45: Theresa hat uns die Schweizer Autorin Adelhard Duvanell mitgebracht.

00:01:48: Für mich eine echte Entdeckung, die ich euch allen nur ans Herz legen kann….

00:01:52: Alles andere erfahrt ihr nun in diesem wunderbaren Live-Gespräch aus der Komedie in Köln.

00:01:58: Ein großes Danke auch an meine beiden Prodüserinnen Katrin Albrecht und Asia Kurtulu, die unsere Live Show so grandios vorbereizt und mitgestaltet haben!

00:02:07: Bilder von der Show könnt ihr auf unserem Instagram Account Vampire Unterstrich Podcast finden – wir freuen uns wenn ihr uns auf der Plattform Eures Vertrauens folgt und ein paar Sterne und eine gute Rezension hinterlasst.

00:02:20: Und nun ganz viel Spaß mit Vampire Live in Köln, mit Teresia Mora.

00:02:35: Herzlich Willkommen zu Kantlin Bite.

00:02:37: It ist wenn ich es richtig analysiert und gerechnet habe tatsächlich die erste Festivalveranstaltung nach Anprall gefüllten Symposiumstag und das ist natürlich fantastisch hier.

00:02:48: Ich sehe zwar nichts aber ich ahne dass sie rein voll sind sprechen zu können.

00:02:56: Und mein Name ist Jan Falk, ich leite den Traturbereich der Kunststiftung NRW und ja wir hatten die Freude dieses Festival nicht nur fördern zu können sondern auch eine Strecke weit lang konzentuiert beleiden und das sind für uns mal sehr schöne Geschichten.

00:03:13: Ich freue mich sehr auf diesen Abend, das ist jetzt der erste Teil.

00:03:18: Es wird noch ein toller langer Abend werden und ich freue mich sehr an Format ankündigen zu können was ja alle Festival-Formate dieses Festivals juriert wurde.

00:03:30: also es hat eine harte Probe bestanden praktisch und sehr schön wäre es eigentlich wenn man an meiner Statt hier die Jury sprechen könnte.

00:03:40: die könnte dann auch andere Borte finden.

00:03:42: Ich bin aber selber Fan von diesem Podcast Vampire, der hier zur Live-Aufführung kommen wird und deswegen werde ich dazu jetzt kurz noch etwas sagen.

00:03:55: Ich werde jetzt erstmal ganz herzlich hinter mir Rasha Kajat begrüßen die den Podcast hostet und wie kann man sagen die Gesprächsleitung übernimmt jetzt schon seit Da Rasha Kayat jetzt gleich, glaube ich etwa eine Stunde lang mit Theresa Mora sprechen wird, werde ich jetzt nicht noch zehn Minuten über Theresa More sprechen.

00:04:37: Ich glaube das würde alle in diesem Raum sehr froh machen denn das belasse ich dann denen die wirklich zu hören möchten.

00:04:44: Ich sage nur kurz was zu Rasha Kajad Denn sie sitzt gewissermaßen hier in einer Mehrfach Rolle kann man so sagen.

00:04:52: Sie ist selber Autorin, hat zwei Romane veröffentlicht im Duemont-Buffalag bei Wele längst woanders sind und ich komme nicht zurück.

00:05:03: der zweit genannte Roman ist wenn ich mich richtig erinnere, zwanzig vierundzwanzig erschienen fantastische Bücher die ich sehr entschieden empfehlen kann.

00:05:14: In der Corona-Zeit, zwanzig, zweinzwanzig oder in die Corona Zeit fällt dann auch die konzeptuelle ja zündende Phase, die vielleicht auch die die Geburtsstunde des Podcasts um den Sorte geht Vampire.

00:05:33: Und der Grundimpuls der Grundgedanke ist ein finde ich rund um fantastischer und sehr berechtigter, nämlich die Beobachtung

00:05:42: aus

00:05:42: Gesprächen entstanden das Autorinnen auf Lesung nach allmöglichen gefragt werden selten, aber nach ihrer Lektüre biografiert und alle die ja so alters koordmäßig jetzt nicht mehr ganz jung sind.

00:05:58: Ich hoffe dass diese jüngeren Koorden andere Geschichten erzielen können.

00:06:03: Die können auf jeden Fall aus dem Studium oder aus der Schule berichten das der Tragekanon wenn man denn ein Vermittel bekommen hatte in irgendeiner Form ... im Zwei-Zwei-Noen-Ninzig-Prozent männlich war.

00:06:16: Das wird allen so einigermaßen bekannt vorkommen und das ist auch die Erfahrung, ... ... die kann ich sagen rasch hat... Ich habe in Bonn studiert beide zeitgleiche und ich glaube wir sind da sehr ... ... sehr männlich zwangsliteral sozialisiert worden.

00:06:32: Alles was das ändert und aufbricht, es wäre sehr gut und das was hier heute oder ... ... wirst du mir zuhäge werden ... ... wird daran anknüpfen.

00:06:39: dieses oder diese Podcasts springt genau in diese Bresche.

00:06:45: Es geht darum, dass einer in dem Fall Rasha Kayat Autorin mit anderen Autoren spricht ländlich über die Autorinnen, die sie geprägt haben, diese begeistert haben und die sie befeuert haben in irgendeiner Formen.

00:06:57: Wir haben die schöne Titelforme von den weiblichen Schultern auf denen man steht.

00:07:02: Wie kennen alle diese Formel?

00:07:03: Um diese Recherchen, diese Archäologie praktisch in einem ja dieser Form immer noch viel zu wenig aktivierten weiblichen Kanon, das werden wir heute erleben.

00:07:15: Ich komme damit jetzt auch endlich zum Ende und möchte aber kurz noch, weil wieder selber sehr stolz drauf sind, darauf hinweisen dass die Kunststiftung auch mit Theresa Mora eine sehr schöne Geschichte verwendet.

00:07:29: Lämme ich... Unser großen Umsetzungspreis gewonnen, den strahlender Besetzerpreis der Kunststiftung NRW für

00:07:37: eine Vertragung

00:07:38: von Peter Estrasi und von daher sieht man es gibt immer schöne schöne Verbindungen.

00:07:43: Dafür können wir aber später dann an anderer Stelle reden.

00:07:47: ich kündige jetzt noch kurz an und danke auch dem Team Farscha Kajat, dem Vampire-Team Katrin Albrecht und Asja Kurtudu.

00:07:56: viel Spaß und ja Bühne Freisachen!

00:08:08: Ja, vielen Dank Jan für diese netten warmen Worte und die Anmoderation.

00:08:13: Und es ist so schön dass so viele von euch den Wege hingefunden haben.

00:08:17: Vielen, vielen dank!

00:08:18: Das macht mich gerade ganz glücklich weil ich sogar keine Vorstellung hatte ob wir jetzt hier gleich nur zu dritt sitzen oder so.

00:08:25: also sehr schön viele bekannte Gesichter auch zu sehen.

00:08:28: danke kindly invited für die Kindly Invitation.

00:08:34: Es ist ein Podcast, aber es ist ein Live-Podcast.

00:08:37: Wir nehmen auf!

00:08:38: Macht euch also bemerkbar lacht applaudiert hackelt boot was auch immer werft Dinge auf die Bühne.

00:08:44: wir können das mal kurz irgendwie testen.

00:08:45: herzlich willkommen Köln zu Vampire.

00:08:51: Super.

00:08:54: ich habe ja zwanzig Jahre in Hamburg gewohnt dass es immer wieder schön nach Kölnen zu kommen wo so enthusiast muss einem entgegenschlägt.

00:09:01: naja Jan hat zu Vampire schon sehr vieles gesagt.

00:09:05: Ihr seht da unser wunderbares Logo, ihr seht wo er uns überall findet, überall wo es Podcasts gibt.

00:09:11: Ihr könnt uns auf Instagram folgen, ihr könnt heute Fotos machen, Tagt und so weiter.

00:09:15: alles Social Media sind wir voll dabei.

00:09:19: Es gibt inzwischen das.

00:09:20: was wir heute aufnehmen wird unsere zweiunddreißigste Folge sein.

00:09:23: ich bin ein bisschen stolz darauf dass sich aus diesem etwas aus dieser gelangweilten Pandemie-Idee in etwas so Schönes entwickelt hat, dass es heute die dritte Live Show, die wir im Laufe der Jahre gemacht haben.

00:09:36: Wir haben eine globale Festival in Bremen machen dürfen, bei einem Literaturfestival in Stuttgart vor einigen Jahren und das ist jedes Mal eine große Freude zu sehen wer alles dabei ist und wer sich begeistert.

00:09:51: Es ist ja so... Inhaltlich hat Jan schon gesagt, worum es hier geht.

00:09:55: Und für mich ist es halt so, also neben dem Gedanken dass wir als Autorinnen so selten nach Lektürebiografien gefragt werden, das kennen wir wahrscheinlich alle weil viele von uns werden irgendwie auf die eine oder andere Weise mit Literatur zu tun haben.

00:10:09: Hat man das Gefühl Es wird einem so vermittelt, dass man Jux-Dollerei Feuerwerk braucht inzwischen um überhaupt auf Literatur irgendwie aufmerksam zu machen.

00:10:18: Um Platz für Bücher Aufmerksamkeit für Büche zu bekommen.

00:10:23: Ich will da nicht so richtig dran glauben ich mag auch Feuerwerk und alles was laut ist eigentlich nicht.

00:10:27: Literatur und Lesen sind leise sind in sich gekehrte Tätigkeiten oft eben Tätigkeit niemand alleine macht in seinem Bett, auf seinem Sofa.

00:10:39: Man tauscht sich aus mit anderen Leuten die ebenfalls lesen und ich bin sehr glücklich und eben wie gesagt auch ein bisschen stolz dass wir jetzt mit Vampire meinen lieben Kolleginnen den Heldinnen, die wir immer in unsere Mitte nehmen unserer tollen Community unseren HörerInnen und mir selbst auch so eine Plattform bieten können wo wir einfach nur in Ruhe Texte und diejenigen die sie uns gegeben haben in den Mittelpunkt stellen.

00:11:06: Das macht mich sehr froh, dass ihr als Fans auch dabei seid.

00:11:11: Auch noch mal ganz herzlichen Dank an Katrin und Asja, meine beiden Producerinnen die hier maßgeblich daran beteiligt waren, dass das so stattfinden kann wie es stattfindet.

00:11:21: Und jetzt will ich euch gar nicht weiter langweilen mit all diesen Einführungen sondern nochmal ganz herzlich Theresia Mora begrüßen!

00:11:32: auf dich genommen hast nach Köln und es ist mir eine Freude, eine Ehre.

00:11:36: Und ich denke irgendwie, ich weiß du sagst, sagt das alles nicht.

00:11:39: aber wenn es jemanden gebe über den Ich zum Beispiel im Vampire sprechen würde, würde ich immer sagen Tereza Mora.

00:11:45: Aber jetzt habe ich Terecia Mora hier sitzen und das ist viel besser.

00:11:48: also nochmal herzlich willkommen.

00:11:50: Danke dass du da bist.

00:12:00: Teresia Schriftstellerin Übersetzerin Drehbuchautorin lebt in Berlin hat so ziemlich jeden Preis abgeräumt.

00:12:07: Den ist in der Literatur abzuräumen gibt, beispielsweise den deutschen Buchpreis mit deinem Roman Ungeheuer.

00:12:13: Du hast wie Jan schon gesagt auch für deine Übersetzertätigkeit viele Preise gewonnen.

00:12:17: du hast den Preis der Literaturhäuser bekommen.

00:12:19: war es zuletzt nochmal auf der Shortlist des Buchpreises jetzt gerade noch der noch aktuelle Roman Muna.

00:12:30: Genau das hast du also damit Entschuldigung Damit befasst du dich.

00:12:35: Du bist eine Größe in der deutschen Literatur Also eine gesetzte Größe Und du hast uns heute eine Schweizer Autore mitgebracht.

00:12:45: Adelheid Duvanell, für mich auch ne Neuentdeckung was bei Vampire relativ häufig passiert oder ab und zu das mir meine Gäste in den Autorinnen von denen ich noch nie gehört hab und dann umso glücklicher bin dass sich sie kennenlernen darf.

00:12:59: Thérisia wie ist Adelheit Duvanelle in dein Leben getreten?

00:13:04: Das war tatsächlich erst vor kurzem.

00:13:08: Es ist so, ich bin Mitglied.

00:13:11: Das kommt irgendwann mit dem Alter.

00:13:13: in zwei Akadabinen und die eine davon ist die Darmstädter Und ich ringe immer mit mir fahre ich sechs Seinhalb Stunden zu der Herbsttagung fahrei nicht sechs Seineinhalb stunden plus minus zwei drei Stunden zur Herbsttagung und wer wird da sein?

00:13:31: Und werde ich all diese Egos aushalten?

00:13:37: Jedenfalls ich irre mich jedes Mal, also die Anreise ist selbstverständlich furchtbar.

00:13:41: Aber jetzt zuletzt bei der Herbsttagung in Darmstadt war ich da und das war unglaublich angenehm und interessant.

00:13:49: Und ich führte mehrere sehr anregende Gespräche.

00:13:53: Eines davon hilft mir zum Beispiel unerwarteter Weise mit dem Roman weiter, an dem ich gerade arbeite.

00:14:02: Das war auch eine Aufforderung zu einer Lektüre, die ich bis dahin vor mir geschoben habe.

00:14:07: Weil keine Namen aber... Ich dachte, ich möge diesen Autor nicht und dann wurde mir ein Werk ans Herz gelegt und ich hab festgestellt, oh das ist ein gutes!

00:14:19: Und im Rahmen dieses Gesprächs tauchte Adelheid Duvanell auf und zwar Meine Übersetzungslektorin, Katharina Rabe.

00:14:30: Also ich mache meine Übersetzung meistens für Sorgkamp und sie ist da die Lektorin für die osteuropäische Literatur und Gott schütze Sie und erhalte sehr lange bei sehr guter Gesundheit denn sie ist unsere einzige Hoffnung.

00:14:42: mehr oder weniger.

00:14:43: also sieht so aus.

00:14:45: Jedenfalls... Ich frühstückte mit ihr und sie legte mir Adelaide Duvanel ans Herz Und zwar mit zwei Argumenten, Nummer eins.

00:14:56: Wir beide haben den gleichen Lektor...

00:14:59: Das habe ich Ihnen in den Briefen auch rausgerechnet?

00:15:01: Ja,

00:15:01: Klaus Seblewski, ich wusste das nicht und zwar Klaus Zeblewsky der schon in Rente ist aber als es eine Karriere anfing oder seine Stelle bei luchterhand war er zuständig für Adelheid Differnell und wir haben hier heute ihre Erzählungen, Ihre Briefe und ihre Kolumnen dabei.

00:15:20: und in dem Briefen kommt tatsächlich auch Klaus vor Und ich will nichts spoilern, aber man lesen Sie was für Briefe Klaus schreibt und ich habe dann festgestellt so schreibt Klaus Briefer an alle.

00:15:39: Ich weiß nicht, wenn Sie sich das sehen... Schreibt er dir auch Brieve?

00:15:43: Wenn ihr dazu gezwungen ist?

00:15:44: ja also Klaus ist kein Beriefeschreiber sagen wir es mal so.

00:15:49: Klaus lektoriert auch so in dem er durch die Lücke.

00:15:55: Also es ist sehr interessant.

00:15:58: Jedenfalls, dass wir haben den gleichen Electrober, das war jetzt nicht der Grund weshalb sie mir empfohlen hat sondern sie hat einen Satz gesagt, der mich mitten ins Herz getroffen hat und mich auch hätte abschrecken können.

00:16:09: Sie meinte Adelheid Duvernal Weinautorin, deren familiäre Situation so toxisch war, dass sie nur schreiben konnte wenn sie in der Psychiatrie war.

00:16:21: Und dann dachte ich mir oh mein Gott Die Erzählungen, nachdem sie zuerst beim Limat-Verlag erschienen sind, wovon auch die anderen beiden, die hartkawas sind.

00:16:36: Die Rasha sich gekauft hat weil sie es nicht bestellt hat vom Verlag, weil es ein kleiner Verlag ist.

00:16:44: Sie wollte ja nicht... Sie ist so toll!

00:16:49: Also wir erwähnen den tollen Limatverlag und Rasha Kajat, die sich die Bücher kauft Und ich habe aber, weil BTB zu unserem Konzern gehört, zu Random House.

00:17:01: Ich hab das so geschickt bekommen und das hat auch die Hemmschwelle dann heruntergesetzt, weil ich dachte okay, ich komme leicht dran, ich gucke mir diese Adelheit übernäher an.

00:17:15: Und ich muss sagen, ich würde sie solange ich, so kurz ich noch lebe nicht mehr vergessen!

00:17:22: Also weil du fragst ja die Autorinnen, was hat dich sozusagen schon als Kind beeindruckt?

00:17:28: und ich muss sagen.

00:17:32: Ich bin auch hauptsächlich ohne weibliche Autoren, also ohne AutorInnen aufgewachsen.

00:17:39: Ich habe in Ungarn aufgewachsen bis ich achtzehnmal da gelebt, also alle ungarischen Schulen besucht bis zum Abitur und am Anfang des Studiums und ich erinnere mich genau an zwei DOS Autorinnen, die dabei vorkamen.

00:17:52: Beide Ungarinnen eine Dichterin und eine Prosautorin damit alles abgedeckt ist.

00:17:59: Und ja und das setzte sich dann in einer.

00:18:03: gut ich habe Theaterwissenschaften und Hungarologie studiert.

00:18:05: es heißt es ging so weiter Wenn ich Autorin ein Lastung kam, das so mehr oder weniger durch Zufall.

00:18:14: Ich habe irgendwo was gefunden und bin in den Buch laden gegangen und da lag Toni Morrison Salomon's Lied und dachte okay, was ist das?

00:18:21: Und das hat mir dann ... Das war ein tolles Buch, ich mochte es sehr.

00:18:25: Dann habe mich mehr oder menos zwangsweise Ingabor Bachmann gelesen bevor ich zum Bachmannpreis eingeladen worden bin denn Ich bin zu ungarischen Schulen gegangen, das heißt Ingabe Bachmann kam nicht vor.

00:18:37: Das heißt für mich ist sie kein Star sozusagen.

00:18:43: es gibt ja so Leute die so zu Stars gemacht werden und für mich spielte sie keine Rolle.

00:18:49: und dann habe ich sie gelesen.

00:18:50: Sie hat mir das Herz gebrochen Und ich werde sie auch nie wieder vergessen.

00:18:57: Aber das war's so mehr oder weniger Ja?

00:19:00: Und in diesem Zusammenhang möchte ich erwähnen dass meine Tochter, die achtzehn ist und gerade angefangen hat Englisch zu studieren in Berlin.

00:19:09: Ich war wirklich oberdemone zu erfahren wie viele weibliche Autoren sie herannehmen heutzutage im Studium.

00:19:17: Fantastisch!

00:19:18: Fast

00:19:18: ausschließlich ich war außer mir.

00:19:22: Also ich mache ja relativ viele Veranstaltungen in Schulen und immer wenn ich dann frage was lest ihr denn grade?

00:19:28: Kleist

00:19:30: Götel

00:19:32: Es hat sich nichts geändert.

00:19:33: Ich muss

00:19:34: sagen, in der höheren Bildung ist das angekommen?

00:19:38: Ja es ist doch schön aber deswegen

00:19:42: Adelheit.

00:19:43: Sie hat ja das Herz gebrochen und ich muss auch sagen du hast sie mir genannt und du hast als wir uns darüber austauschten wen du vielleicht mitbringen möchtest und dann hast du mir schon ein paar Eckdaten über ihre Biografie geschrieben.

00:19:55: Stellen wir das mal hinten an weil ich finde Ihre Texte sind einfach so fantastisch absolut anstecken lassen von diesem Herzbruch.

00:20:03: und das Besondere ist ja, und das fand ich jetzt auch besonders im Hinblick gerade auf deine Arbeit.

00:20:08: Du hast zwar auch Erzählungen veröffentlicht aber auch vor allem sehr umfangreiche Romane Und diese Texte der längstest glaube ich dreieinhalb Seiten in diesen Erzählungen und das sind fast achthundert Seiten hier.

00:20:23: Also, hier sind Erzählungen.

00:20:24: Die haben teilweise ein, anderthalb Seiten und die haben eine Wucht, die ich in der Form noch nie erlebt habe.

00:20:30: Und genau... Ich muss sagen das es ist mein Kreuz einer Romanautorin zu sein.

00:20:37: Ich bewundere die kurze Form und ich hoffe dass wenn ich groß bin ich irgendwann auch Irgendwas kurzes werde schreiben können.

00:20:48: Ich glaube, das ist das Nächste, also übernächste was ich mir vornehme, weil das was ich jetzt mach... Nachdem wir

00:20:53: den Achtundundfünfzigseiten-Roman fertig geschrieben haben?

00:20:55: Ja, denn es ist wirklich ... Die hohe Kunst, aber man muss dazu auch sagen dass wir ja verschiedentlich veranlagt sind.

00:21:05: Es gibt ja diese Theorie es gibt verschiedene Talente und es gibt diesen sozusagen das Talent oder die Veranlagung für Romane und die Veranstaltung für Poesie und die Anlage dann für die kurze Form.

00:21:17: Und das Interessante ist ich glaube die erste Geschichte so zeitlich die hier drin ist sie fing im Grunde relativ spät an zu veröffentlichen.

00:21:29: Also sie ist noch nicht vierzig, aber sie ist weit in ihren Reißsiggern.

00:21:33: Der erste Text der hier steht rauskommt und ich las das und ich sah sie vor mir als wäre sie achtzehn und es wäre ich achtzehnt.

00:21:42: Und wie toll ich das gefunden hätte mit achtzehen wenn ich ihr begegnet wäre.

00:21:46: Sie hing damals in dem Alter also als sie sehr jung war scheinen wir irgendwelchen Künstler knipen herum.

00:21:52: Also sie war schon so ein Kind der Bohem Und wie großartig ich das gefunden hätte und wie sehr das aus meinem Herzen gesprochen hatte.

00:22:05: Bei ihr ist es dann so, dass sie dann schreibt bis sie damit wie alt war sie?

00:22:09: Sechzig als sich starb.

00:22:12: Aber im Grunde war's die ganze Zeit hab' ich das Gefühl, das wär so.

00:22:18: diese achtzehnjährige, die bis zum Schluss schreibt... Das ist ein unglaubliches

00:22:22: Gefühl!

00:22:24: Jetzt, wo du sagst ich verstehe was du meinst.

00:22:26: Ja oder?

00:22:27: Weil es so ein... Also naiv klingt blöd als attraktiv für ihren

00:22:32: Blick.

00:22:33: Wie so ein reinherziges... Ja!

00:22:34: Reinherzig ist ein guter... Ein wirklich

00:22:37: abgefahrenes.

00:22:38: Sie verändert sich als Autoren nicht besonders und wenn du jetzt die Briefe dazu liest und erfährst was alles in ihrem Leben vorgekommen ist In der Nusschale.

00:22:49: Sie war sozusagen ein wunderkind und hat früh geschrieben und früh gezeichnet.

00:22:56: Und ihre Familie hat das irgendwie, also dominanter Vater immer mal davon aus.

00:23:03: Irgendwie wurde das hochgehalten aber gleichzeitig Landete sie dann mit siebzehn oder so zum ersten Mal in der Psychiatrie, weil sie vielleicht war sich ein bisschen überspannt.

00:23:16: Keine Ahnung!

00:23:17: Aber dann landest du in der psychiatrie und dann hast du das weg ja?

00:23:21: Ich würde mal ganz kurz einfach nur mal eben paar Eckdaten zu ihrer Bibliografie nennen.

00:23:25: Nur dass wir ein bisschen wissen wo wir irgendwie uns befinden.

00:23:27: Und zwar ist sie neunzigzechsunddreißig geboren in Basel und eben dort neunzentosixneunzig verstorben.

00:23:34: darüber reden vielleicht später noch wie Sie wie sie verstorben ist, das ist auch alles furchtbar tragisch.

00:23:39: Wie überhaupt ihr ganzer Lebensweg.

00:23:40: und wie du schon sagtest mit siebzehn war sie das erste Mal in der Psychiatrie.

00:23:44: Vorher war sie ein Jahr in einem katholischen Mädchen-Internat gewesen.

00:23:49: Das muss eine Schlüsselerlebnis

00:23:51: gewesen sein, wenn man so ihren Biografien und auch den Erzählungen ihres Bruders glauben darf.

00:23:56: Und in dieser Psychiatrie wurde sie nicht einfach behandelt sondern wie eben in ihrer Zeit mit, ich muss es leider erzählen, Hör weg!

00:24:04: Mit Insulinenspritzen und mit Elektroschocks.

00:24:07: Mit siebzehn Jahren eben und ist seitdem eigentlich auch immer wieder hat immer wieder längere und kürzere Psychiatie aufenthalte hinter sich gebracht.

00:24:16: Furchtbar, abusive Ehe und... Oh

00:24:18: ja die Ehe ist wichtig da für diese Ehe sagen weil das ist nicht nur ausgehend von Munna so.

00:24:25: ich habe das ja nach Munna gelesen aber in Munna in meinem Roman geht es ja darum wie schlecht es dir geht Wenn du einen falschen Partner hast, um es mal ganz einfach auszudrücken.

00:24:36: Und Adelaide Duvanel hatte einen sehr schlechten Partner Joe Duvanell der ein Maler war Ein unglaublicher Nazist und ein ganz einfach ein furchtbare Mensch.

00:24:48: und nur zwei Beispiele für seine Furchtbarkeit Nummer eins legt sich eine Zweitfrau zu und hat auch ein Kind mit dieser Frau und sie leben alle zusammen.

00:25:01: Es ist nicht so, dass alle glücklich sind um es mal so auszudrücken.

00:25:04: Nummer zwei Adelheit ist in der Psychiatrie und zeichnet und hat irgendwie einen Flow und macht keine Ahnung.

00:25:12: zwei Dutzend Zeichnungen.

00:25:14: Joe kommt neben diese Zeichnnungen bringt sie zu einem Galeristen und verkauft sie und behält das Geld.

00:25:23: Und das alles Schlimmste ist, und das erinnert mich wiederum am Monat.

00:25:26: Aus den Briefen stellt sich heraus dass Adelheit diesen Menschen... Sie ist diesem Menschen verfallen nach all dem was er tut.

00:25:35: Er is der Mann für sie und selbst nachdem sie schon geschieden sind Telefoniert sie jede Woche mit ihm?

00:25:46: Ist der noch ihr Vertrauter?

00:25:48: und sie kommt nie... Ganz krasser Abhängigkeit, insbesondere weil Joe die gemeinsame Tochter auch noch sozusagen das ist auch ganz traurig was mit der Tochter ist.

00:25:57: Und Joe verstößt quasi diese diese Tochter.

00:26:01: und das wäre für mich der Punkt wo ich sage dann fahr doch zur Hölle.

00:26:06: aber für Adelheit ist es immer noch nicht der punkt wo sie sagt Fahr doch zur Hölle.

00:26:13: Man spürt, was du gerade gesagt hast mit dem reinherzigen Blick in ihrer Prosa, dass man denkt vielleicht ist sie so einfach durchs Leben gegangen wie sie ihnen die Welt geschaut hat.

00:26:24: weil auch diese Charaktere, die in diesen Kurzgeschichten vorkommen können wir das überhaupt kurz Geschichten nennen sind es Miniaturen also diesen kurzen Texten Sie sind.

00:26:34: Es gibt immer sehr einfache Figuren aus dem echten Leben Karl, Michaela.

00:26:42: Also es ist überhaupt nichts außergewöhnliches und es ist oft ein sehr aus... Ein ganz gewöhnliches Setting mit einer unglaublich starken Sprache und meistens mit einem sehr dunklen Schwitzt.

00:26:51: Ich habe dir dann glaube ich geschrieben das sind dunkle kleine Diamanten.

00:26:54: so hab' ich das auch gefühlt.

00:26:55: Und ich musste auch nach der Lektüre von jeder Geschichte erstmal Pause machen.

00:26:59: die muss es weglegen und erst mal das sackten lassen.

00:27:02: und du hast mir mehrere Erzählungen genannt, die dich besonders beeindruckt haben.

00:27:07: Ich würde einfach nur mal gerne den ersten Satz aus der Erzählung Die Seifenblase vorlesen wollen und dann könntest du uns ein bisschen erzählen was dich an dieser Erzählung so mitgenommen hat.

00:27:20: Warum du immer wieder an sie denkst?

00:27:21: Und ich finde man hört ihre Sprache in diesem ersten Satz schon.

00:27:26: das Schul-Tour öffnete sich Die Klasse sprangen wie bunte Ketten heraus, kollerten über die beiden Treppen und rollten den getärten Hof als wären die Schnüre gerissen an denen die Perlen aufgereiht gewesen waren.

00:27:42: Was für ein Bild!

00:27:44: Ja aber ich finde das ist eine tricky Geschichte weil dieser Anfang ist haremloser als dass wir es weitergehen bzw.

00:27:56: Ich mag die Geschichte, weil ihr einer der am wenigsten gruseligsten ist.

00:28:00: Aber ich lese mal warte ab dem zweiten ... Wir haben dieses Bild mit den Kindern und alles ist bunt.

00:28:08: Obwohl die Ketten sozusagen gerissen sind.

00:28:12: Da ist es schon drin.

00:28:14: Aber zweite Absatz, die nicht mehr ganz junge Aushilfslehrerin sich beim Rektor vorstellen sollte, wartete seit einigen Minuten in der Nähe des Schultors.

00:28:24: Langes Warten tötet den Helden.

00:28:27: Und genau das passiert im Grunde dann, also sie wird dann irgendwann vorgelassen zum Direktor.

00:28:33: und ich lese mal vor... Kannst du einfach

00:28:41: die ganze Geschichte vorlesen wenn du möchtest?

00:28:43: Ah nein nur das Ende gucke.

00:28:44: Der Rektor stand plötzlich im Zimmer.

00:28:47: schwarze Augenschlitze ließen sein Gesicht maskenhaft erscheinen.

00:28:51: Die Ausgleichshererin betrachtete während des Gesprächs, dass der Rektor nach der Begrüßung sofort einleitete die Innenseite ihrer linken Hand.

00:28:59: Dort riss sie genau in der Mitte ein Stückchen Haut weg.

00:29:03: Sie hoffte, der Rector würde den roten brennenden glänzenden Fleck, den sie Wundmal nannte bemerken und sich darüber wie über etwas verbotenes Unerhörtes äußern das ihre Tätigkeit an dieser Schule verunmöglichte.

00:29:15: An unvorhergesehenes Ereignis störte die Sympathie, die die Aushilfslehrerin gegen ihrem Willen für den unverständlich und schnell sprechenden Rektor empfand.

00:29:24: Eine sehr große Seifenblase schweckte zum offenen Fenster herein und glitt ruhig wunderbar wie eine runde sanfte Blüte auf den Rektord zu.

00:29:34: Dieser warf seine rechte Hand, die der Klau eines Raubvogels glich nach ihr als wollte er sie fangen – sie zerplatzte

00:29:40: lautlos.".

00:29:42: Die Aushilfslehrerin hielt nach dem Juni-Tag-Ausschau, der die Fensteröffnung verklebte.

00:29:49: Das ist der letzte Satz.

00:29:50: Die Aushilfslehlerin hielt Nachdem Juni Tag Ausschau, Der die Fenstereffnung Verklebthe.

00:29:56: Es ist unglaublich!

00:29:57: Zuerst kommst du in diese Schule, da ist dieses bunte Gewimmel, es reißen bereits die Ketten... Lehrerin, die wartet, der ganz Bange ist vor diesem Treffen mit dem Rektor.

00:30:10: und zuerst denkt du es ist ihr Bange weil sie vielleicht den Job nicht bekommen könnte.

00:30:16: dann begreifst du es is ihr Banger das hinbekommen könnte.

00:30:20: Sie reißt sich selbst einen Wund mal und dann kommt so völlig überraschend diese Seifenblase heraus rein und er mit seiner Klaue.

00:30:29: natürlich zerplatzt sie.

00:30:32: Dann ist da draußen der Juni-Tag, der das Fenster verklebt.

00:30:36: Hallo?

00:30:37: Ich meine ja... Der Schöne ist dass du nicht weißt was passieren wird.

00:30:42: warum?

00:30:42: weil es unwichtig ist ob sie diesen Job kriegt oder nicht.

00:30:47: wahrscheinlich wird beides eine Katastrophe.

00:30:50: ich muss dabei daran denken Adelheid hat ja irgendwie eine Stelle gehabt an einem Museum in Basel Und das war auch merkwürdig, weil irgendwie wollte sie arbeiten aber konnte es nicht so richtig und dann wollte sie doch wieder nicht arbeiten.

00:31:07: Also irgendwie habe ich das Gefühl dass Adelaide jemand war die war sozusagen zu zart für diese Welt.

00:31:14: Ja ich glaube sie war einfach Du hast es genannt, ihr Gemüt war nicht gesund.

00:31:19: Weil das immer ging um diese psychischen Krankheiten und ich glaube eben einfach ein sehr zartes ... Ich habe ein sehr schönes Radiofeature über sie gehört, wo unter anderem auch dein und Ihr Lektor gesprochen haben Und da hieß es einen Interviewauschnitt mit ihr oder ein Gesprächsausschnitt mit Ihr.

00:31:38: Sie hat schon als Kind immer so viel geschrieben weil er niemand zuhören wollte.

00:31:43: Und

00:31:44: wer hat schon Kindern zugehört, die neunzehntens sechsundreißig geboren worden sind?

00:31:47: Da muss ich echt sagen.

00:31:49: Okay ist so aber

00:31:51: ja also nicht weil diese Texte sprechen einfach mit so viel sprächten einfach von jemandem der alles wahrnimmt.

00:32:03: und das stelle ich mir unglaublich anstrengend vor jetzt so auch als Schreibende selber, aber auch als Mensch in einer Welt zu sein.

00:32:10: In der Welt zu leben wo du alles auf die gleiche Art und Weise siehst.

00:32:14: und es gibt eine Erzählung die heißt Innen- und Außen Die wird immer ein bisschen als autobiografisches Essay geframed Eine Passage wo es heißt Sie möchte gerne Glasmalerin werden um Kirchenfenster von beiden Seiten zu bemalen Wo man sowohl von Innen nach außen Als auch von Außen nach Innen schauen kann.

00:32:32: Und das kommen wir sofort wie die Metaphorik für ihr schreiben Weil es einfach so alles von allen Seiten zeigt.

00:32:39: sie uns auf eine Art und Weise, die aber wie du schon sagst dann klebt er dieser Juni-Tag am Fenster.

00:32:46: Aber

00:32:46: ich muss sagen dass solche Sätze sind da zu gut.

00:32:49: also wie lesen wir solche Texte?

00:32:51: Ich glaube das sind tatsächlich dazu geeignet unseren unaufmerksamem Blick zu verändern weil so bedeutsam ist, dann kannst du es auch nicht schnell lesen sondern du musst innehalten.

00:33:05: sie zwingt dich dazu mal da zu sein für einen Moment.

00:33:12: Ich meine nicht jede von uns lädt jedes Detail so mit Bedeutung auf denn das ist tatsächlich ein Problem des Gemüts.

00:33:21: das musste ich überfordern.

00:33:25: Manchmal ist eine Blume nur eine Bluma, aber bei Adelhalte Vannell nicht.

00:33:29: Bei Adlhalte vannell ist alles symbolisch und alles ist eine Verheißung oder einen Ohmen oder irgendwie ein Hinweis auf etwas was du nicht fassen kannst.

00:33:40: Aber ich glaube das kann durchaus Trost sein.

00:33:43: dann für Leute die sich auch mal verloren fühlen in solchen Situationen dass sie sich darin wiederfinden.

00:33:53: Du hast mir geschrieben, die Geschichte gefällt dir deswegen auch so gut weil man so schön daran erkennen kann wie sie gemacht ist.

00:33:59: Wie ist sie denn gemacht?

00:34:00: Na ja das was ich eben schon gesagt habe.

00:34:02: aber so pro Absatz passiert hier immer etwas anderes und warte mal ich muss jetzt wieder die Brille aufsetzen

00:34:09: um

00:34:09: zu sehen ob ich überhaupt die Absätze der richtigen Geschichte gucke.

00:34:13: Ja genau also.

00:34:14: sozusagen in jedem Absatz ändert sich die Szenerie und entfaltet sich eine nächste Ebene.

00:34:23: Die steht zum Beispiel in dem zweiten Absatz Fettekastanienbäume.

00:34:28: Allein schon, dass der Setz geht noch weiter aber mit Fettenkastanianbäumen, da bin ich schon voll dabei.

00:34:38: Viele Autoren bemühen sich ja besondere Bilder zu finden.

00:34:42: Aber hier habe ich das Gefühl, dass jetzt nicht so lange nach bis mir irgendwas Ungewohntes zu Kastaniem Bäumen einfällt sondern... Du siehst es vor dir, was das für Kastanienbäume sind.

00:34:56: Sie hat nicht geschrieben großmeistetisch rauschendunkelt oder blünt oder was weiß ich sondern fette Kastanie Bäume.

00:35:06: Also gibt jeder Hoffnung auf.

00:35:09: Und es kommt alles so mühelos daher, weil es auch in dieser Fülle daherkommt.

00:35:13: Natürlich jetzt dadurch dass wir diese Erzählungen sind teilweise in Zeitungen veröffentlicht worden.

00:35:18: Sie hat dann erst später wie du auch gesagt hast relativ spät angefangen zu schreiben gab es dann immer wieder kleinere Erzählbände und sie hat geschrieben um Geld zu verdienen Tatsächlich.

00:35:31: Also das war jetzt nicht jemand, weil eben wir haben von Joe Duvenel schon gesprochen der furchtbar abusive Ehemann, der wirklich nichts Gutes für sie und von ihr wollte und ihre Tochter die sie mit Joe Duvanell hatte auch ein furchttbar tragisches Schicksal erlitten hat da eine Druckabhängigkeit und infizierte sich dann an einer Spritze an AIDS.

00:35:56: Und nach der Scheidung hat Adelheit auch diese Tochter trotz ihrer eigenen Gemütsverfassung gepflegt und versorgt.

00:36:04: Sie hat das mit Schreiben gemacht, von Geschichten, von Föttern, Stücken und Kritiken usw.

00:36:11: Das ist ja so ein Vampire-Uhrthema.

00:36:15: immer die Voraussetzungen für Frauen zu schreiben, zu produzieren, frei zu sein... der klassische Virginia Wolf, A Room of One's Own was man so als absoluten Luxus empfindet weil sie musste Geld verdienen.

00:36:31: Ja und sie konnte es auch.

00:36:33: das finde ich auch so faszinierend.

00:36:36: Ich finde zwei Sachen an dieser ganzen Geschichte sehr faszinerend dass eine ist wie kann man monatelang in einer Psychiatrie leben im Basel?

00:36:45: Wie funktioniert das überhaupt technisch?

00:36:48: Denn heutzutage wirst du, selbst wenn du suizidal bist und was weiß ich über achtzig bist, bist nach fünf Tagen rausgekickt.

00:36:56: Wenn du jugendlich bist darfst du drei Wochen bleiben und dann mal sehen!

00:37:01: Das kommt mir so ein bisschen zu zauberbergmäßig vor, diese Geschichte.

00:37:06: Und auch wie kann man von Kolumnen und Kurzgeschichten leben?

00:37:10: Ich könnte das nicht oder war das früher einfacher?

00:37:13: ich weiß es nicht weil heute kriegst du acht

00:37:16: Euro

00:37:16: zwanzig.

00:37:17: Es ist

00:37:18: ein sehr bescheidenes Leben einfach.

00:37:20: Aber

00:37:20: das bringt mich übrigens auch auf die Kolumnen, die mich wahnsinnig irritiert haben aus folgendem Grund sie kommen mir wie gelogen vor.

00:37:29: Wie gelogen?

00:37:30: Also es gibt einige, sie hatte eine Ratgeber-Kolumne.

00:37:35: Wie ich sie da macht, Tina oder sowas Auftrag und natürlich bist du da so ne Persona.

00:37:41: also du schreibst ja nicht als Adelheib Duvanell oder weder ist die Privatperson noch heißt der Autorin.

00:37:49: aber irgendwie habe ich das Gefühl dass war im Verstelltes schreiben wie du's machst um Leute nichts zu verschrecken um so zu tun, als wäre es kein positiver Mensch.

00:38:04: Sie hat das Medium bedient.

00:38:08: Das war die Aufgabe, schreibe eine Ratgeberkolumne und schreib nicht sowas.

00:38:14: Und sie hat das gemacht und irgendwie bin ich aber völlig verwirrt.

00:38:18: wie konnte sie das hinkriegen?

00:38:21: Naja egal!

00:38:22: Sie hat es geschafft.

00:38:26: Warum ich das so sage ist... Weil es eben immer wieder, also wie wir ja auch schon gesagt haben diese männliche Zwangsliterarisierung die wir alle erlitten haben auf der aus dem einen oder anderen Grund und was mir aufgefallen ist.

00:38:40: In dieser Recherche über Adler hat Yvonne L. war eben auch, dass also dieses dieser Band hier diese dieser Erzählungsband ist erst zwanzig einundzwanzig erschienen und zwar durch die akribische Akribischste möchte ich sagen Kleinarbeit der beiden Herausgeberinnen Ich will sie auch nennen Elsbett-Dangel, Perlequin und Frédéric Gretzen die in kleiner Arbeit das alles gesammelt haben und editiert haben, mit Essays und nach Worten versehen haben.

00:39:08: Und was mir dann aufgefallen ist als ich so ein bisschen Rezeptionsgeschichte nachschlug und anfing mich da einzu, dass alle gesagt haben, das ist die Entdeckung!

00:39:19: Endlich ist sie wieder da und diese totale Brillanz usw.

00:39:24: Dann wird sie wieder vergessen... Du hast sie mir genannt und ich so noch nie gehört, keine Ahnung.

00:39:31: Und jeder ist eigentlich auch wirklich von diesen Texten so eingenommen.

00:39:39: Warum ist das so schwer?

00:39:41: Dass eine Autorin in irgendeiner Form eine Kanonisierung erfährt?

00:39:49: Weil ... erstens nur die wenigsten kanonisiert werden.

00:39:53: Es schreiben ja so viele Leute, es müssen Zehntausend Leute schreiben damit einer kanonisiert wird.

00:40:00: das ist so dass wir schreiben allen einen.

00:40:03: großen.

00:40:04: klaus hat gesagt erzählt zopf ich weiß nicht warum er zopf gesagt habe aber deswegen sage ich zopp wahrscheinlich weil es so alles so ineinander sozusagen verbogen verflochten ist.

00:40:16: und Ja und das ist manchmal Ist das auch einfach Zufall?

00:40:22: Aber es ist natürlich so, dass eine Ausgabe da sein muss damit überhaupt die Chance besteht.

00:40:29: Das heißt diese Arbeit muss gemacht werden und es wird sehr häufig von Germanistinnen gemacht.

00:40:36: was für sich... Es gibt dann eine Lebenswerkaufsage von Elfriede Gerstel usw.. Klar, du musst es machen.

00:40:44: Es muss diese Bücher geben und sich einen Verlag finden das herauszugeben damit überhaupt die Chance besteht.

00:40:51: dann Leute die irgendwie verstreut sind in Zeitschriften.

00:40:58: Ich glaube nicht, dass die kanonisiert werden und zum Beispiel auch dieses Foto auf dem Cover.

00:41:04: ist es wichtig, dass es diese Fotos gibt von dieser Frau.

00:41:08: Auf

00:41:08: allen Büchern natürlich.

00:41:10: Das gehört alles dazu wobei besonders bei fern von hier den sämtlichen Erzählungen das Interessante an diesem Bild ist da sieht sie... das ist ein gutes Material für ihren Podcast Andrew Gühnaus.

00:41:26: Es könnte auch ein junger Mann mit seiner Zigarette, einen langhaariger Jungermann mit seiner Ziggarette in einem Café sein was ein genialer Zug ist weil das erregt ihr auf Merksamkeit einer großen Gruppe.

00:41:42: Daran anschließen könnte ich auch sagen na bei dir was ihre Briefe sind sieht sie aus wie Janis Joplin?

00:41:48: Ja warum nicht?

00:41:49: Das gehört alles dazu.

00:41:51: und Ja, Leute werden entdeckt wiederentdeckt und wieder vergessen.

00:41:57: Das ist so, Rasha?

00:41:59: Dein Lektor hat etwas sehr Schönes gesagt, weswegen ich jetzt auch gleich nochmal auf Ihre Sprache nämlich eingehen will.

00:42:04: Er hat in diesem Interview gesagt er möchte eben weg davon kommen.

00:42:10: Dein Lector, Ihr Lector Sie immer im Filter der psychischen Erkrankungen zu sehen und hat gesagt sie hatte einfach ein anderes Verhältnis zur Ordnung.

00:42:20: Das fand ich ein wahnsinnig schönen Satz für jemanden, der mit Sprache arbeitet.

00:42:25: Es gibt eine Erzählung in diesem Mann, die ich persönlich... Ich weiß gar nicht warum aber die ist mir überhaupt... Die geht mir nicht aus dem Kopf.

00:42:31: Sie heißt Heilig und es gibt da einen Satz... Ich weiss gar nicht, warum er mich so mitnimmt.

00:42:37: Vielleicht kannst du mir das sagen?

00:42:38: Jeden Tag wäscht Veronikas Mann sein Erdnussfarbenes schütteres Haar und pudert seinen Gesicht.

00:42:45: Er sammelt getrocknete Patisserie, farbige Pillen und Kapsel in Gläsern.

00:42:49: Die Veronica abstaubt und

00:42:51: hasst.".

00:42:56: Wie großartig ist das?

00:42:59: Ich meine, schlimmer vor.

00:43:00: der Satz würde enden vor dem Hasst.

00:43:03: Er sammelte das und das die Veronica abstaubt.

00:43:06: Und

00:43:07: dann siehst du vor dir ein merkwürdiges Paar wie es viele merkwürdige Paare gibt.

00:43:14: manche sammeln andere Sachen Und ihr Haar ist nicht Erdnussfarben, sondern anders.

00:43:23: Das mit dem Mann pudert jeden Tag sein Gesicht?

00:43:25: Es ist interessant... Also schon da bleibst du hängen ja!

00:43:28: Aber interessant wird es durch dieses Untast.

00:43:31: Ja genau.

00:43:33: Da erst kommt die Spannung rein weil davor sind das ein paar Weirdos im Grunde und dann geht aber da was los.

00:43:42: und Hand aufs Herz.

00:43:44: Wir hassen alle unsere Familienmitglieder, deren Sachen wir abstauben.

00:43:48: Deswegen mache

00:43:48: ich das auch

00:43:49: nicht.

00:43:50: Weil sie hast ja die Sachen!

00:43:52: Nicht i, also in dem Satz... Ich

00:43:54: hatte es so verstanden, dass ihr das abstauben hast.

00:43:57: Ja egal.

00:43:57: Die Sie

00:43:58: abstorbt und hasst?

00:43:59: Achja du hast recht.

00:44:01: Wie auch immer jedenfalls ist es Hasst da.

00:44:05: Aber das ist jetzt auch wieder so ein schönes Beispiel dafür, wie genau man das lesen muss.

00:44:09: Wie genau man hinschauen muss und dass es mir ganz oft aufgefallen... Man überliest einfach sehr schnell viele großartige Dinge und ich bin dir sehr dankbar, dass du sie in mein Leben gebracht hast.

00:44:24: und du hast noch andere Erzählungen genannt.

00:44:28: Darf

00:44:29: ich mich unbedingt an diesem Abend?

00:44:31: Unbedingt!

00:44:32: dass die Geschichte das verschwundene Haus voll ist.

00:44:35: Ja,

00:44:35: bitte unbedingt!

00:44:36: Das ist

00:44:36: eine der kürzesten und es erklärt uns so vieles.

00:44:41: Bitte?

00:44:42: So...das verschwunderne Haus.

00:44:45: Als unsere Nachbarin stark atmend im Weg hinauf stieg, der zu ihrem Haus führte, begegnete ihr ein Polizist.

00:44:54: Der sah sie von oben herab an und fragte streng, weshalb schnaufen Sie so

00:44:58: schnell?!

00:44:59: Erst als sie gruslos am Polizisten vorbeigegangen war, wurde er klar, dass er nicht mit ihr gesprochen und sie nicht einmal angeblickt hatte.

00:45:06: Sie fühlte den weißen Himmel wie Schnee auf ihrem Gesicht.

00:45:10: Der Weg war steil und als er im Hohlenbaum vorbei kam, hatte sie flüchtig den Eindruck, sie wäre ein Fisch der in diesem hohen Baum wohnte.

00:45:19: Als sie noch höher stieg, wollte sie käuchend meinen Mann grüßen, der in unserem Garten die traurigen Blätter mit einem Rechen zusammenschob doch sie brachte keinen Ton hervor.

00:45:30: Sie hatte als Kind im Garten hockend Beere für Beere in ein Becken gelegt, ohne zu naschen.

00:45:36: Sie war ein strenges und schüchternes Kind gewesen, hat einen Hohlkreuz und ein vorstehendes Beuchtel angehabt, worüber wir Schulkamera die den Kicherten beflüsterten, sie schwanger.

00:45:48: Es schien damals, als erkenne sie die Dinge nicht.

00:45:51: es schien, als habe sie vergessen wer sie selber war und wie alles hieß.

00:45:56: Sie wurde am Morgen immer von ihrem Vater geschlagen, bevor sie sich anzog und zur Schule ging weil sie nicht aufstehen wollte.

00:46:03: Sie war ein müdes blasses Kind aber die dunklen Augen lebten.

00:46:08: Ein Knochen war aus dem Ellbogen ihres Vaters herausgestanden wie ein böses Horn Und wenn sie an ihn dachte sah sie den Vater vor sich wie er nach der Gartenarbeit mit hochgekrempelten Hemdärmeln dieses Horn in einem warmes Seifenbad tauchte.

00:46:25: Nun war plötzlich das Haus, in dem sie seit dem Tod ihre Eltern allein lebte, verschwunden.

00:46:32: Sie sah es richtig – das Haus stand nicht mehr da!

00:46:35: Es hatte seinen Platz gehabt und nun war der Platz leer.

00:46:39: Sie erblickte meinem Mann in unserem Garten weiter unten, sah sie den hohle Baum sogar den Polizisten, konnte als dunklem Punkt er sich langsam gegen das Tal zubewegt erkennen.

00:46:50: Schwindel erfasste sie Durch das Erlebnis mit dem Polizisten.

00:46:54: misstrauisch geworden wagte sie nicht, meinen Mann zuzuhufen.

00:46:57: Wo ist mein Haus?

00:46:59: In ihrer Verzweiflung murmelte sie, segne was du uns beschert hast.

00:47:05: Sie wunderte sich, dass nicht einmal Trümmer da waren.

00:47:09: Es war ein Bescheidenes aber hübsches gelbes Raus gewesen.

00:47:13: Ich kann es bezeugen.

00:47:16: Ich meine diese Geschichte schleuderte ich ja hin und her.

00:47:18: also es ist abgefahren.

00:47:21: Es geht los, die Frau schnauft diesen steilen Berg hinauf und dann kommt diese unfreundliche Polizist.

00:47:29: Und wir alle kennen das von einem Polizisten unfreundlicher an mich herantritt und fragt warum schnaufen sie hier?

00:47:38: Ja, das macht ganze Welten aus.

00:47:41: von wie bist du ausgeliefert?

00:47:43: Uniform oder der Staatsmacht?

00:47:45: und ich habe doch gar nichts gemacht.

00:47:46: Natürlich schnaufig wenn es eher so steil ist.

00:47:49: aber die Macht kann dann nicht herantreten und die einreden... Gaslighting!

00:47:53: Hallo Das was natürlich ist und was dein Leben ist Und was du tust dass das falsch ist das geahndet werden kann.

00:48:04: Und wir anschauen, dass die Person von der hier die Rede ist sozusagen nicht mit sehr viel Vertrauen in die Welt geht oder und das das seine Gründe hat.

00:48:14: Und dann ja ernsthafte schüchterne Kinder den Nicht naschen während sie die Beeren pflücken und dann und dann die Sache mit dem Vater und dem Horen.

00:48:33: Ich meine, dieses Horn reist es dann vollkommen mit sich.

00:48:39: Es heißt nicht er hatte einen spitzen Ellbogen sondern er hat etwas etwas monsterhaftes, etwas etwas tierisches, etwas Geruseliges.

00:48:47: und dieser Mann mit diesem Hornschluck dieses Kind weil es nicht aufstehen wollte und in die Schule gehen wo es gehänselt wurde erfahren, wie die Eltern sind tot.

00:49:00: und diese Frau lebt in einem hübschen gelben Haus.

00:49:03: Und sie ist diesen steilen Berg hochgekommen um zu sehen dass das Haus nicht da ist und nachdem eben schon an ihr gezweifelt worden ist von der Macht, traut sich nicht einmal zu fragen wo es hingekommen ist.

00:49:18: Und dann kommt dieser Twist, dass die Erzählerin sagt Es war ein hübches gelbes Haus.

00:49:22: ich kanns bezeugen.

00:49:25: Das macht mich völlig fertig.

00:49:28: Ja, weil ich die ganze Zeit eigentlich diese Nachbarin, sie spricht von der Nachbarn und ich bin überzeugt.

00:49:34: Eigentlich redet es über sich.

00:49:38: Und dann kommt da nochmal ein Perspektivenwechsel rein in die Geschichte.

00:49:43: Ich kann es bezeugen glaube ich ist auch einen Satz, der für fast alle Geschichten gilt als wären Sie tatsächlich Zeugenschaft?

00:49:54: Ich erzähle hier nicht etwas vom Pferd, weil mir langweilig ist.

00:49:58: Und ich schreibe nicht aus Hobbys und lege Zeugenschaft ab über etwas, das sich über die Welt weiß und was so schwer zu erzählen ist.

00:50:11: Etwas wo man mir nicht gerne zuhört aber ich suche nach einer Form, wo ich es den Leuten im Grunde unterjubeln kann In dem du so eine kleine Mystery-Story schreibst, Haus ist verschwunden.

00:50:27: Aber wie es erzählt hat, das ist so viel drum herum und du bleibst so zurück dass du dir sagst was soll ich nur machen?

00:50:42: Diese Frau braucht ein Haus.

00:50:46: Ich kann das nur bestätigen.

00:50:49: Ihr seht alle, wie erschüttert wir auch von diesen Texten sind und ich habe das Gefühl dass wir trotzdem über ihre sozusagen mentale Disposition sprechen müssen weil du hast mir selber auch geschrieben und ich hab das an mir auch festgestellt habe ich dir dann auch gesagt sofort anfängt sich mit ihrer Biografie zu beschäftigen und du hast mir auch geschrieben immer wieder so, du siehst dich beschäftige mich sehr viel oder ich komme nicht davon los mich mit Ihrer Biografien zu beschäftigend.

00:51:17: Auch wenn ich es eigentlich gar nicht möchte!

00:51:19: Auch wenn Ich eigentlich möchte dass wir nur über diese Texte sprechen und nur die Texte in der Hand halten und sie eben wie kleine dunkle Diamanten vor uns tragen reinschauen und erschüttert sind.

00:51:31: aber diese Erkrankung des Gemüts ihr Tod Sie ist sehr tragisch verstorben, sechzigjährig.

00:51:43: In einer Juli Nacht ist sie unter sehr wahrscheinlich Einfluss von Narkotika in einem Wald erfroren.

00:51:53: Ich

00:51:56: habe Gänsehaut.

00:51:56: Aber es hätte sie schreiben können?

00:51:58: In eine kalten Julinacht im Wald erfohren.

00:52:01: Ja.

00:52:02: In der Julinachtserfroren alleine, das klingt überhaupt nicht real!

00:52:07: Na, es ist so.

00:52:07: Ich denke viel darüber nach und komme eigentlich auf keinen Punkt.

00:52:11: nämlich tatsächlich habe ich dieses Bedürfnis und zwar immer das Werk vom Autor zu beschützen oder zu sagen dass es ein Werk egal wie der Autor gelebt hat.

00:52:23: und stellst du dir vor als wär's die Bibel?

00:52:28: Du weißt nicht wer sie geschrieben hat!

00:52:29: Nein wirklich also... Ja!

00:52:31: Als stellst ihr vor, es wäre ein Überlieferter.

00:52:36: Aber andererseits, wenn wir ehrlich sind.

00:52:38: Wir lesen alle Texte... Also nein ich muss jetzt noch eine Geständnis ablegen.

00:52:44: Seitdem ich schreibe bin ich sozusagen wirklich in mein Leben eingetreten.

00:52:49: aber seitdem ich Schreibe versuche so langweilig wie möglich zu leben damit es nichts über mich zu erzählen gibt was natürlich sehr dumm ist weil es marketingmäßig viel besser wäre.

00:53:03: Es wäre viel besser, wenn ich es gerne hätte Bilder von mir zu produzieren oder wenn es Stories gebe.

00:53:10: Ja aber da bin ich halt hin und her gerissen weil ich mir sage das lenkt mich doch vom eigentlichen ab.

00:53:17: Wie gesagt und andere Autoren werden wir ehrlich sind nehmen wir immer die Biografie mit.

00:53:23: es ist Nehmen wir Kafka wie alle wissen wie der Vater war wie die Mutter war wie den Schwestern waren bis sie gelebt und wie sie gestorben sind Und natürlich in einigen Texten, für einige Texte spielt das eine Rolle aber für andere nicht.

00:53:38: Aber wir wissen alles was mit Hemingway los ist oder es war so wie wir Sachen konsumieren und ich versuch's mir... nicht nur kritisch zu erklären, ja so sind wir, so sensationssüchtig.

00:54:00: Wir könnten es positiv frame in dem wir sagen vielleicht ist das sozusagen die Erzählsituation wo jetzt wieder zur Gastlichkeit kommen?

00:54:09: Es ist im Grunde so als würde wenn du ein Buch schreibst, es ist so als würdest du Rasha mir Theresia etwas erzählen.

00:54:17: Also wir haben ja doch immer dieses als würden wir um das Feuer sitzen und XY würde mir etwas erzählen.

00:54:24: Und wenn er mir etwas erzählt, dann wird es für mich interessant wer ist?

00:54:30: Wer bist du der mir das erzählt hast?

00:54:32: auch um die Geschichte in Anführungsstrichen dann richtig zu verstehen weil vielleicht wird vieles mysteriös sein Wie denkst du?

00:54:42: Und wieso benutzt du diese Sätze, wie ist das dazu gekommen.

00:54:46: Wo kommst du her?

00:54:47: Wer sind deine Eltern?

00:54:48: Wie war's in der Schule?

00:54:49: Was dein guter Schüler?

00:54:52: Liebst du Frauen, Männer oder niemanden

00:54:55: etc.,

00:54:55: etc.?

00:54:56: Ich will das dann selbstverständlich auch wissen.

00:54:59: wenn mir jemand entgegenübersetzt und ich glaube es geht nicht verloren wenn wir dann Bücher lesen warum sollte es verloren gehen?

00:55:06: Nein, ich glaube auch nicht.

00:55:07: Ich stimme dir dazu.

00:55:08: Ich glaub auch nicht dass es verloren geht.

00:55:09: Ich finde nur gerade auch wenn eben jemand wie Adelaide Duvanel eine so wirklich grauenvolle persönliche Geschichte hatte, wirklich von der Jugend bis zu ihrem Tod komme ich mir irgendwie ein bisschen voyeuristisch vor dann in ihr Werk zuschauen.

00:55:25: aber es ist...so sind wir Menschen wahrscheinlich einfach oder?

00:55:27: Beziehungsweise.

00:55:28: es ist auch ne Tatsache Wir müssen damit klarkommen das manche Leben so sind.

00:55:33: Ja, das ist gut gesagt.

00:55:35: Annehmen?

00:55:36: Ja!

00:55:37: Also manche Leute leiden von Anfang bis Ende und haben auch noch Pech... ...und treffen die falschen Leute.

00:55:45: Und Treffen Joe de Vanel, das müsste ein Satz sein.

00:55:49: Manche haben auch Pech und treffen Joe De Vanell.

00:55:55: Nichtsdestotrotz, dass das Freudigand im Ganzen ist aber, dass selbst in so einem Leben es möglich ist, von durch diese Frau die unter sehr viel Druck stand und von inneren und äußeren Druck.

00:56:08: Sie hat ein Werk geschaffen.

00:56:09: es ist möglich.

00:56:10: Ja ja und was für eins?

00:56:13: Was für ein fantastisches Werk.

00:56:14: einfach auch also dass wir alle lesen sollten.

00:56:17: im übrigen als ich immer nach meinen Vampire Folgen sage lest alle diese Bücher Du kannst jetzt natürlich nicht sagen, wie beispielsweise andere AutorInnen die ich schon hier irgendwie zu Gast habe.

00:56:27: Die dann sagen so Ich hab das schon mit fünfzehn gelesen und so weiter Und das hat mich überhaupt erst dazu gebracht schriftschillerin zu werden.

00:56:33: Aber weißt du

00:56:34: dass ich das gedacht habe als sich das anfing zu leben?

00:56:36: Diese diese kurzen Geschichten Dass wenn ich das gelesen hätte dass ich sehr jung war Hätte ich dem Wunsch gehabt ich weiß es denn auch in mir ist dieser siebzehnjährige noch da Ich hätte das den wunsch gab.

00:56:49: auch ich will ich will das auch machen Mal sehen, was für ein Satz aus mir rauskommt.

00:56:55: Das ist interessant weil ich habe mir auch Gedanken darüber gemacht wenn ich das in der Jugend gekannt hätte.

00:57:02: Ich glaube erst mal hätte es mich wahnsinnig verstört aber interessiert.

00:57:07: also ich wäre natürlich immer weiter reingegangen und mir wären eben...ich hätte mir immer diese Sätze unterstrichen ne?

00:57:12: Also sie staubt ab und hasst so.

00:57:17: Und bestimmt hätten wir einige der Manierismen es übernommen, wenn wir anfangen zu schreiben.

00:57:23: Dann würden wir auch am Ende unserer frühen Sätze dann hingeschrieben haben und hast oder so was?

00:57:28: Ja genau!

00:57:29: Wir hätten wahrscheinlich ein

00:57:30: Gedichtspazier geschrieben

00:57:32: und wir hassen Joe Duvaneck.

00:57:33: Ja ja also und dann hätten wir uns dann davon hoffentlich weiterentwickelt.

00:57:38: Also irgendwann hätten wir erkannt... Es dauert ja eine Weile, bis man seinen eigenen Satz gefunden hat.

00:57:45: Sehr schöner Satz auch.

00:57:46: Aber das ist so, dass ich weiß ganz genau wann ich meinen Satz gefunden habe, nämlich im zweiten Buch nicht im ersten.

00:57:54: Das erste Buch war da zu notwendig weil in diesem ersten Buch arbeitest du dich im Grunde an den Satzen ab die Du mitgebracht hast und ich hab das erste Buch auch immer als sozusagen für mich untertitelt.

00:58:05: mit So Kam Ich, das ist das was ich mitgebracht habe Und jetzt muss ich erstmal schreiben damit ich dann weiß von wo ich losgehen kann.

00:58:15: Und wie sind wir dazu gekommen?

00:58:17: Ach so, ja genau.

00:58:18: Dass man Sachen liest und davon lernt erst einmal auf der Ebene der Nachahmung oder indem man das ein bisschen in sich transformiert und dann dass es später kommt mit dem eigenen Satz.

00:58:32: Worauf ich eigentlich hinaus wollte war ... Wunderbar ist doch großartig!

00:58:36: Dafür sind wir hier.

00:58:38: Gratis-Poetikverlesung von Therysia Mora.

00:58:40: wer hat schon das Privileg?

00:58:43: Worauf ich eigentlich hinaus wollte, war da du sie ja eben jetzt erst quasi kürzlich entdeckt hast.

00:58:48: Ich weiß nicht ob du das in irgendeiner Form sagen kannst oder fühlst wie sie dich denn weiter begleiten wird.

00:58:54: schreiberisch also ist es jetzt was... ich weiß nicht.

00:58:58: arbeitest du mit sowas wie Patenbüchern?

00:59:00: Du sitzt am Schreibtisch und hast dann Adel halt daneben liegen und blätterst da immer wieder drin.

00:59:04: Ist es

00:59:04: etwas was du mit dir trägst?

00:59:06: Aber es ist ganz gut!

00:59:07: Also man muss ja wie Körper und Seele und Gemüte, muss man auch sein Schreiben sozusagen.

00:59:15: Wie nennt man das?

00:59:16: Wenn man einmal im Jahr etwas überholen lässt... Naja, dass man das immer... Inspektion!

00:59:24: Ja, im Runde, man muss immer so eine Inspektion machen und immer überprüfen.

00:59:28: Und wenn zum Beispiel ein neuer Leserstoff reinkommt, das trägt dann dazu bei, dass du es überprüfst, wie du schreibst.

00:59:40: was ich am schlimmsten und dann gefährlichsten finde für Autoren ist, wenn sie ihr Ding gefunden haben.

00:59:47: Also das hat auch ans Yandel gesagt, wenn etwas gut läuft höre auf weil du merkst nicht mehr was du tust.

00:59:56: Und zum Beispiel hier bei der Duanelle die macht so Sätze.

00:59:59: also Sie hat mich daran erinnert Ich muss wieder zurückgehen an diesem Punkt dass wir beide jungen sind.

01:00:07: wie lesen sie jung Und es fällt uns auf, dass das anders gemacht ist als was wir in der Schule lernen.

01:00:17: Es sieht so aus, als wär's holpriger gemacht, als würd' ich nicht diesen Regen folgen.

01:00:23: Es ist schwerer zu verdauen und da sind so überraschende Bilder drin und überraschernde Lösungen.

01:00:31: Das kann einem auch mit nicht jetzt fünfundfünfzig auch daran erinnern Was ich mir so wünsche, ich würde so gerne Wild schreiben.

01:00:47: Dann arbeite ich sehr lange an Büchern und sie werden dann immer unwilder im Grunde.

01:00:55: Aber das hier hat etwas Wildes, finde ich.

01:00:58: Und es ist gut daran erinnert zu werden, dass ihm Wahrheit tatsächlich schon eine reife Frau war als sie immer noch so wild ... geschrieben hat.

01:01:08: Also für mich ist sowieso alles, was ich lese dann eine Herausforderung dahingehend, mich selbst zu überprüfen sozusagen und in den Schuss zu halten.

01:01:21: das war das was ich gesucht habe.

01:01:23: man muss sich im schuss halten.

01:01:27: ja genau andere Autoren helfen einem einen den Schuss zu halten.

01:01:34: Das stimmt, das ist total schön gesagt!

01:01:36: Sie helfen einem ein in den Schuß zu halten.

01:01:38: Du hast auch gesagt als wir uns über diese verschiedenen Textformen ausgetauscht haben Wir haben schon auch gesagt wir wollen uns mehr auf die Erzählungen konzentrieren und wir haben beide Briefe und Artikel.

01:01:49: Aber

01:01:50: liest die Briefer?

01:01:51: Ja das ist wirklich fantastisch auch vor allem weil sie eben diesen zeitlich editiert was ganz interessantes weil sie dann eben diese sehr förmlichen Briefen beispielsweise Klaus Seblewski schreibt und danach brief er an ihre Freundin Maja.

01:02:05: Sie war auch wirklich witzig, die hatte echt Humor und es macht mich dann eben so traurig wenn ich denke da war so ein Mensch die hat so viel gefühlt und hat alles gefühelt und alles gesehen.

01:02:16: und wenn sie vielleicht ein bisschen mehr Glück gehabt hätte zu einem frühen Zeitpunkt in ihrem Leben sei es dass Menschen besser auf sie aufgepasst hätten Beispielsweise.

01:02:27: Oder sie ihr mehr irgendwie care, sagt man heutzutage, hätte zukommen lassen?

01:02:32: Nee,

01:02:32: aber care ist null da!

01:02:33: Null!

01:02:35: Ist es also auch...

01:02:37: Wie heißt denn der, der Sie im Grunde entdeckt hat?

01:02:39: Weil ich glaube das war ein guter Move zu sagen Adelheit Duvanell du veröffentlicht hier in verschiedenen Zeitschriften komm mach mal einen Buch.

01:02:50: Ich glaube dass war ein wichtiger Move.

01:02:51: Also dieses, dass er eine Autorin war dann mit Büchern

01:02:55: Das glaube ich auf jeden Fall auch, weil es bestimmt auch was für ihr Selbstverständnis gemacht hat.

01:02:59: Und

01:02:59: auch dafür wie andere sie

01:03:01: gesehen haben und natürlich mit Sicherheit eine Munitäre-Geschichte.

01:03:07: Du hast gesagt als wir uns über diese Textarten ausgetauscht haben das sind einfach drei Arten mit dem Leben klarzukommen.

01:03:14: Ja manchmal

01:03:16: sagst du

01:03:17: so Sachen.

01:03:18: Aber das ist wirklich im Grunde... Ich bin ja leider nicht up to date bezüglich der Literaturwissenschaft, wie sie heute ist.

01:03:30: Aber ich ahne oder vermute dass es heutzutage so ist sowie es auch die Zeitschrift Literaturen gibt das man sich heute in verschiedenen Textformen sozusagen offener annähert.

01:03:45: Also was weiß ich?

01:03:46: Im universitären Zusammenhang nicht nur die Literatur-Literatur für vollgenommen wird, sondern dass man tatsächlich auch die anderen Textsorten mit heranzieht.

01:03:59: Weil eben es dann vollständig ist das Bild was man von einer Autorin hat und auch die mich irritierenden Kolumnen.

01:04:14: Es ist interessant zu sehen wie sie damit Sprache umgeht oder mit den gleichen Themen Und wie erscheinen sie in diesen Texten?

01:04:22: Ich glaube, es ist nicht nur für uns Leser sondern auch wissenschaftlich.

01:04:27: Kann ich mir vorstellen, dass das ein interessantes Thema ist?

01:04:30: Naja

01:04:31: und du als Leserin hast ja nun auch gesagt – ich will lieber über die Erzählungen reden weil Sie mich weniger ... also dass die anderen Texte zu direkt sein... zu direkt anfassen.

01:04:46: Und bei den Erzählungen kannst du dich an anderen Sachen festhalten, du kannst sich daran festhalten wie es gemacht ist.

01:04:53: Sie hatte ja auch eine vierte Sprache.

01:04:54: wir wollten nicht... wahnsinnig ausführlich darüber sprechen, weil wir nicht Expertinnen sind.

01:04:58: Aber ich finde doch... Wir sollten erwähnen, wir haben es jetzt schon mehrfach gesagt, Jo Duvanel war Maler und sie war eigentlich auch Malerin, sie hat auch gezeichnet.

01:05:05: Sie hat vor allem in den Phasen, in denen sie in der Psychiatrie war viel gemalt Und wir haben glaube ich ein paar Bilder.

01:05:12: vielleicht können wir die kurz einfach nochmal zeigen Weil ich finde die extrem eindrücklich und würde einfach noch mal gerne hören was dir zu denen einfällt wenn ihr das da oben spontan da genau

01:05:25: Tja.

01:05:27: Fällt dir was dazu ein?

01:05:28: Was fällt dir da

01:05:28: zu ein?

01:05:29: Ich seh'n Sie, Frau Murat.

01:05:32: Mein Problem ist das wiederum für mich zu direkt ist.

01:05:38: Ich glaube jedenfalls bildet mir ein, direkt zu sehen, was dargestellt ist.

01:05:46: Eine rotwangige... Was ist dieses Rote auf dem Wangen verzweifelte Frau um die ... Natürlich ist das die Madonna-Haltung, natürlich entsteht sogar ein Herz durch den Arm.

01:06:01: Aber die Glorie, die das Kind und die Mutter umfasst, hat Stacheln.

01:06:08: Und dann nähert sich ihnen so eine Teufelsgestalt.

01:06:13: Ich meine ... ich glaube jedenfalls, dass ich genau sehen kann was da abgebildet ist Für mich dann ein bisschen

01:06:27: weniger

01:06:27: interessant als die Texte.

01:06:28: Ja, wobei ich... Also was mir so aufgefallen ist auch eben ohne überhaupt in irgendeiner Form mit Kunst wirklich zu tun zu haben außer dass sich ab und zu gerne ins Museum gehe vielleicht können wir einfach nochmal so eins zwei weh?

01:06:39: Ich glaube wir haben so zwei drei.

01:06:41: Was ich halt interessant finde ist das sie so bunt sind Also so ganz basic.

01:06:46: Sie sind unglaublich bunt und sind trotzdem so bedrohlig, also sprichte als der Schrecken

01:06:52: steht oben.

01:06:53: Ja genau wo ist er da?

01:06:55: Ich

01:06:55: muss sagen werft mich den Eichhörnchen vor aber das sind Bilder aus der Psychiatrie.

01:07:04: Und das waren sie auch!

01:07:06: Das ist wiederum unsere Faszination mit Kunst aus der psychiatrie.

01:07:13: Das hat ein Geschmäckle, finde ich.

01:07:15: Aber was ist daran anders?

01:07:16: Also das fällt mir jetzt nur so gerade ein.

01:07:18: Was ist daran anderes als ihre Texte unter diesem Filter zu lesen?

01:07:21: Ihre Texte empfinde ich nicht!

01:07:22: Als Text aus der Psychiatrie.

01:07:24: Ja

01:07:24: und ja sind sie wahrscheinlich auch gar nicht so sehr... Und wahrscheinlich

01:07:26: sehen Sie es auch nicht.

01:07:29: Ja, ähm... Sie sind weg.

01:07:36: Sie sind Weg.

01:07:36: also mein Problem war dass wie gesagt Ich bin ja keine Bilderexpertin aber Das sind so direkte Bilder und die Geschichten sind nicht so direkt, finde ich.

01:07:51: Die haben mehr Geheimnis.

01:07:53: Ja das stimmt.

01:07:54: Aber Sprache kann ja andere Sachen sozusagen... Wobei ich stand auch schon vor abstrakten Bildern und hatte das Gefühl, ich befinde mich in einem sakralen Ort.

01:08:11: zutiefst ergriffen von Bildern, wo es noch Farbfelder waren.

01:08:16: Also Bilder haben auch diese Vielschichtigkeit und Subtlität aber ich finde dieser hier war nicht so subtil.

01:08:23: Also nee sind sie überhaupt nicht auch im Gegensatz eben zu den Texten?

01:08:27: Ich find das aber eben interessant weil du eben sprachst.

01:08:29: also als wir sprachen von drei Sprachen...

01:08:32: Na ja, die spazifierte Sprache.

01:08:34: Ja und das ist ihre vierte Sprache und das is' aber in so ganz andere Sprache Verbale Sprache.

01:08:39: und deswegen dachte ich, es ist schön wenn wir sie auch noch mal als Malerin einmal irgendwie sehen.

01:08:43: Auch weil wie du schon gesagt hast Joe Duvernel seine... Also er war auch Maler und hat sie nicht malen lassen zu Hause, weil das nur einen Maler geben durfte?

01:08:53: Das ist die Geschichte, die wir erkennen, man weiß wie das wirklich

01:08:58: lief Aber es hieß irgendwie so.

01:09:03: Es heißt ja

01:09:04: Wir wissen alles über Sie.

01:09:07: Wir sind ein bisschen fortgeschritten in der Zeit, habe ich gesehen.

01:09:12: Ich will dich jetzt nicht so an den Spot setzen und dir... Was dir noch zu ihr einfällt, was du uns mitgeben möchtest.

01:09:19: Ansonsten habe ich ein sehr schönes Schluss-Zitat aus dem Nachwort der Herausgeberin.

01:09:27: Große Dichterinnen sterben nicht.

01:09:29: Schreibt Virginia Woolf in ihrem Essay Room of One's Own.

01:09:32: Sie sind weiterhin anwesend.

01:09:34: sie brauchen nur die Gelegenheit leiblich unter uns zu wandeln.

01:09:38: Es ist an uns mit der Dichterin, die Diwanel war, ein Stück weiterzugehen Und damit danke ich dir sehr, dass du sie uns mitgebracht hast.

01:09:46: Ich danke

01:09:47: für die Einladung und

01:09:50: schön, dass ihr da wart!

01:10:02: Das war die neue Ausgabe von Vampire – dem Podcast über Frauen, die schreiben.

01:10:07: Diesmal live aus der Komedie in Köln mit Theresia Moura, die über Adelheit-Dyvanell gesprochen hat.

01:10:13: Ganz herzlichen Dank noch mal an das Festival Keindly Invited und das Literaturhaus Kölnen für Die Einladungen.

01:10:19: Vampire wird produziert von Kathrin Albrecht und Asya Kurskuldu.

01:10:23: Mein Name ist Rasha Chayat, Host und Erfinderin von Vampire und bis zum nächsten Mal euch allen eine gute Zeit!

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