Theresia Enzensberger über Ursula K. Le Guin

Shownotes

Bevor ihr unsere Live-Show des Gesprächs zu hören bekommt, das Rasha mit Terézia Mora im Rahmen des Literaturfestivals „kindly invited“ letzte Woche in Köln geführt hat, dürfen wir euch noch eine im Vorfeld aufgenommene ebenso spannende Unterhaltung präsentieren. Gästin ist die Autorin Theresia Enzensberger, die Ursula K. Le Guin, die Grande Dame der Science-Fiction, als Heldin dieser dritten Folge der dritten Staffel erwählt hat.

Theresia Enzensberger lebt als freie Autorin in Berlin. Neben Beiträgen für Zeitungen und Magazine hat sie zwei Romane veröffentlicht sowie einen Langessay über Schlaf und Schlaflosigkeit („Schlafen“, 2024). Ihr erster Roman „Blaupause“ (2017) wurde bereits in mehrere Sprachen übersetzt und erhielt die Alfred Döblin-Medaille, während „Auf See“ (2022) für den deutschen Buchpreis nominiert war. „Auf See“ handelt von Yada, die auf einer in die Jahre gekommenen künstlichen Insel in der Ostsee erwachsen wird. Diese Insel wurde von ihrem Vater als visionäres utopisches Projekt und als Zuflucht vor dem gesellschaftlichen Zusammenbruch konzipiert. Mit Ursula K. Le Guin verbindet sie nicht nur das Genre der Speculative-Fiction, sondern, wie aus dem Gespräch hervorgehen wird, auch ein großes Interesse am Politischen.

Die US-Schriftstellerin wurde 1929 als Tochter einer Anthropologin und eines Anthropologie-Professors geboren und verstarb 2018. Während ihres langen Lebens war sie literarisch äußerst produktiv und hat ein umfangreiches Werk hinterlassen, das von Romanen und Kinderbüchern über Kurzgeschichten bis hin zu Gedichten und Essays reicht. Für ihr Gespräch mit Rasha über Anarchismus, Feminismus und politische Literatur hat sich Theresia zwei Prosatexte von Le Guin ausgesucht. Über Utopien in der Literatur sprechen die beiden anhand des Romans „The Dispossessed“ (1974), der als „Planet der Habenichtse“ oder „Die Enteigneten“ ins Deutsche übertragen und zuletzt 2017 als „Freie Geister“ von Karen Nölle neu übersetzt wurde. In diesem im Universum von Le Guin‘s Hainish-Zyklus angesiedelten Roman wechselt der Protagonist Shevek zwischen zwei Planeten, Urras und dessen Mond Anarres, sowie zwischen zwei Gesellschaftssystem, einem kapitalistischen und einem anarchistischen. Außerdem sprechen die beiden über Literatur allgemein und ziehen dazu Le Guin’s „Tragetaschen-Theorie der Literatur“ heran, die sie in ihrem Essay „Carrier Bag Theory of Fiction“ (1986) formuliert hat. In deutscher Übersetzung kann das Essay und die Theorie im Sammelband „Feministisches Spekulieren: Genealogien, Narrationen, Zeitlichkeiten“ (2020) nachgelesen werden.

Als Produzentinnen standen Rasha auch für diese Folge wieder Kathrin Albrecht und Asya Kurtuldu zur Seite.

Erwähnt wurden:

Theresia Enzensberger, Auf See, 2022.

Ursula K. Le Guin, The Dispossessed, 1974. Als „Planet der Habenichtse“ und „Die Enteigneten“ ins Deutsche übertragen und 2017 als „Freie Geister“ von Karen Nölle neu übersetzt.

Ursula K. Le Guin, The Left Hand of Darkness, 1969. Ins Deutsche 2023 als „Die linke Hand der Dunkelheit“ von Karen Nölle neu übersetzt.

Ursula K. Le Guin, Steering the Craft, 2015. Erstmals 1998 erschienen.

Ursula K. Le Guin, The Carrier Bag Theory of Fiction, 1986. Der Essay ist in deutscher Übersetzung im Sammelband „Feministisches Spekulieren: Genealogien, Narrationen, Zeitlichkeiten“ (2020), herausgegeben von Marie-Luise Angerer und Noam Gramlich.

Sarah Shin und Mathias Zeiske, Hrsg., Carrier Bag Fiction, 2021.

Dorothee Elmiger, Aus der Zuckerfabrik, 2020.

Moritz Baßler, Der Neue Midcult, Pop-Zeitschrift, 2021.

Erwähnt wurden außerdem u.a. der Anthropologe und Autor David Graeber und der Science-Fiction-Autor William Gibson.

Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:10: Der Podcast über Frauen, die schreiben.

00:00:23: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Vampire – dem Podcast über Frauen, die schreiben!

00:00:30: Mein Name ist Rasha Charyat und ich bin Autorin, Übersetzerin und Host- und Erfinderin von Vampires.

00:00:36: Für diese neue Folge habe ich mir Theresea Ensensberger als Gästein eingeladen, die uns die Grandum der Science-Fiction Ursula K. Le Guin als Heldin mitgebracht hat.

00:00:47: Theriseas Ensensberger schreibt Romane und Essays – in all ihren Texten lotet sie die Grenzen zwischen Realität und Fiktionen oft dystopischen Szenarien aus wie zum Beispiel in ihrem Roman auf See.

00:01:00: In ihrem essayistischen Band Schlafen geht es ihrer eigenen Schlaflosigkeit auf den Grund und zieht Parallelen zum Hier-und Jetzt.

00:01:09: Und ich glaube, genau das hat sie mit ihrer Heldin Ursula Kay Le Guin gemeinsam.

00:01:14: Auch wenn Le Guin's Romane zum Genre des Science Fiction gehören und oft dystopische und fantastische Szenarien evozieren kann man doch nicht anders als immer wieder sehen was das auch mit unserer Realität heute zu tun hat.

00:01:28: Mit Theresia spreche ich vor allem über Le Guin's großen Romande Dispossessed und ihren Essay The Carrier Bag Theory of Fiction.

00:01:35: Wir fragen uns, ob ihre Texte wirklich so feministisch sind wie immer behauptet wird auch wenn es ganz wenige weibliche Charaktere gibt?

00:01:43: Wie es kommen konnte dass gerade Le Guin als Science-Fiction Autorin eine solche Trailblazerin sein konnte?

00:01:49: und was ein Körbchen oder eine Einkaufstasche mit weiblichem Erzählen zu tun hat.

00:01:55: Ich hoffe, euch gefällt das Gespräch genauso gut wie mir.

00:02:29: Danke für die Einladung.

00:02:31: Ich freue mich sehr, dich zu sehen!

00:02:32: Therésia... Also die anderen sehn ich ja nicht.

00:02:35: Ich sehe sie nicht.

00:02:37: Thérésia du hast uns Ursula Cale Gwynn mitgebracht.

00:02:42: Die Grande Dame der Science Fiction wollen wir Sie so nennen?

00:02:46: Ja warum nicht?

00:02:49: Erinnertst Du Dich noch wann sie in dein Leben getreten ist und wie Du sie kennengelernt hast?

00:02:55: Also ich erinnere mich nicht mehr ganz genau wie sie in mein Leben getreten ist, weil ich nehme an dass das schon viel früher war.

00:03:01: Dass jemand sehr wehnt hat und so.

00:03:04: irgendwie habe ich den Namen öfter gehört gehabt und dann hab' ich ja selbst sowas wie eine Art Science Fiction Buch geschrieben Und natürlich habe ich im Vorfeld extrem viel gelesen einfach und dann weiß ich noch, da habe ich dann das erste Mal ihre berühmten Romane gelesen Genau und war ganz begeistert.

00:03:25: Und tatsächlich habe ich ihre Theorie erst, so weiß ich nicht im letzten zwei Jahren gelesen oder so.

00:03:31: Interessant!

00:03:32: Das heißt also dass sie auch spät entdeckt?

00:03:33: Du redest von Daim Roman auf See, da spreche ich mir auch gleich drüber.

00:03:37: genau das ist natürlich auch aufgefallen, dass es dadurch aus Schnittmengen gibt.

00:03:44: Es ist interessant, dass du das sagst weil ich hab' mit Science Fiction insgesamt und mit Ursula Kehle-Gönne überhaupt gar keine Berührung gehabt bis jetzt.

00:03:52: Ich kenne den Namen natürlich und sie hat ja auch so ein bisschen wie viele ältere, fast visionärische Schriftstellerinnen.

00:03:59: So ein bisschen eine Social Media Renaissance erlebt oder erlebt sich also man sieht sie ständig auf irgendwelchen Slides und Quotes und Videos von ihr und so und dass man schon das Gefühl hat Sie ist so omnipräsent.

00:04:13: aber du bist jetzt nicht als Junge Lesende sozusagen damit Aufgewachsenes zu lesen.

00:04:20: Nee, also ich habe glaube ich wahrscheinlich ein bisschen früher von ihr gehört weil ich in Amerika studiert hab und deswegen mein Umfeld relativ... Ich glaub in Deutschland wurde sie erst jetzt.

00:04:32: Es gibt auch neue Übersetzungen jetzt aber das ist glaube ich erst in den letzten paar Jahren passiert.

00:04:39: Aber klar, nee, ich bin auch nicht mit dir aufgewachsen.

00:04:41: Ich glaube sowieso generell bin ich mir relativ wenig Science Fiction aufgewachsen einfach.

00:04:45: Ja ich auch!

00:04:46: Entschuldigung weil das ja gerade in Deutschland auch immer noch so ein bisschen in die Schmutzecke gestellt wird.

00:04:53: Und deswegen ist es natürlich toll, dass was jetzt wieder entdeckt wird

00:04:57: Genau, Schmutz-Ecke ist genau das richtige Wort.

00:05:01: Das Buch über das wir gleich sprechen wollen unter anderem The Dispossessed heißt auf Deutsch und der Leute in Besitzung der Planete habe nichts.

00:05:09: Ich hab mir dann diese ganzen deutschen Cover auch angeguckt und die sind natürlich unfassbar trashig!

00:05:17: Genauso wie wir haben hier eine ersten Staffel schon mal ein Gespräch gehabt über Octavia Butler und sie hat das gleiche Schicksal.

00:05:23: also dass halt diese Cover Dass ich mir dann mal denke, also gut.

00:05:29: Ich lese jetzt natürlich fließend auf Englisch aber wenn ich jetzt einfach nur diese Bücher gesehen hätte... ...ich hatte ja nie im Leben zugegriffen und schon als Junge lesende es schon mal gleich gar nicht weil man ja da gleich doch so oh mein Gott nein was denkt denn mein Deutschlehrer von mir?

00:05:41: Was sich mir dafür Trash reinziehe und so.

00:05:44: Und jetzt denk' ich halt so.

00:05:45: Also auch Octavia Butler beispielsweise war ich auch total begeistert, als ich das hier für den Podcast entdeckt hab.

00:05:52: und Margaret Edward ist ja auch eine Kandidatin wobei dies glaube ich nochmal so.

00:05:56: Also, da sie ja auch hier viel in Deutschland gearbeitet hat.

00:05:59: Auch noch so ein bisschen bekannter hier und genau also Ursula K. Le Guin ist wirklich richtig Science-Fiction.

00:06:07: Es geht schon auch ums Weltall und irgendwie um fremde Planeten und Sprachen usw.

00:06:14: Und gleichzeitig The Dispossess beispielsweise liest sich ja wirklich auch so ein bißchen wie eine Abhandlung unserer heutigen Zeit.

00:06:26: Ich glaube, im besten Fall gibt es noch eine andere Seite der Medaille hier.

00:06:28: Weil das ist bedauerlich, dass es in Buchhandlungen in irgendeiner Ecke steht oder so und auf der anderen Seite ist es vielleicht auch ein bisschen wie ein Trojanisches Pferd.

00:06:39: Das ist ja nicht schlecht wenn politische Theorie vorkommt in Trashig Büchern.

00:06:43: Total!

00:06:44: Oder in trashig aussehenden Bücheren?

00:06:45: Trashic

00:06:46: Aussehende Büchere.

00:06:48: Da ist die Hemmschwelle vielleicht auch niedriger gerade für junge Leute sich dran zu wagen weil sie denken ... Nehmen Sie da was ganz anderes mit.

00:06:57: Es ist eine Baller-Baller-Analogie, die mir eingefallen ist.

00:07:01: Das ist der Barbiefilm von Greta Gerwig.

00:07:04: Weil es etwas völlig anders war.

00:07:06: Viele Leute, die so Fans waren, waren sehr enttäuscht von dem Film.

00:07:10: Ich mochte den total.

00:07:11: Ich fand ihn unfassbar unterhaltsam.

00:07:13: Aber viele Mädels, mit denen ich im Kino war auch immer wieder ... Wow!

00:07:17: Irgendwie haben sie das erste Mal feministische Begrifflichkeiten gehört und ich dachte, okay dann ist es doch dafür gut das hier eigentlich so was ähnlich ist.

00:07:25: Du denkst, dass es anders verpackt kommt man vielleicht ein bisschen zu denken.

00:07:31: aber lass uns mal einsteigen in der Dispossess.

00:07:36: Ich sage mal so ich habe mir selbst viele Notizen versucht zu machen weil ich finde es ist nicht kompliziert.

00:07:42: er weiß sehr dicht das Buch.

00:07:45: Hast du das Gefühl du kannst mal einen kleinen Abriss darüber geben worum es eigentlich geht?

00:07:49: Kann man das sagen?

00:07:51: Ich kann es probieren.

00:07:53: Man könnte sagen, es gibt... dafür wird's schon gleich komplizierbar.

00:07:56: Ich wollte sagen, Es gibt einen Helden aber das ist ja nun was, dass da keine Lüge.

00:08:01: in den Ablehend-Helden kommen wir bestimmt auch nicht.

00:08:04: Aber

00:08:05: ich würde schon sagen, dass es ein Hauptbratiprotagonisten gibt nämlich Chevec und er ist Wissenschaftler in genialer Physik der auf einem Planeten lebt, wie man im Laufe des Buches erfährt abgekoppelt wurde, praktisch von einer Gesellschaft die auf einem anderen Planeten lebt.

00:08:28: Und zwar waren das eben so Anarchisten, die sich um eine Figur namens Odo gescharrt haben und dann wurden die glaube ich irgendwann einfach zu nervig für die Machthabenden auf diesem anderen Planeten.

00:08:43: zieht ihr, einfach nehmt ihr doch diesen Planeten und der hat viele Ressourcen.

00:08:48: Und dann könnt ihr uns die Ressoursen abbauen davon und könnte da machen was ihr wollt.

00:08:53: Das ist nun aber schon eine Weile her.

00:08:54: also wir steigen in die Handelung des Buches.

00:08:56: einer ist das schon alles schon länger passiert.

00:08:58: es gibt diesen Planetten und Es geht viel darum wie dieser Planet organisiert ist.

00:09:04: Es geht darum Inwiefern die Wissenschaftsfreiheit dort eingeschränkt ist?

00:09:10: Also Scherwerken muss geht dann eben weil er nicht weiterkommt in seinen Forschungen und, weil das für ihn sehr wichtig ist diese Forschung voranzutreiben geht dann irgendwann auf den... ich weiß nicht wie man es jetzt den Mutterplaneten nennen kann aber sozusagen auf den ursprünglichen Planeten.

00:09:31: Und lernt dort die andere Wirtschaft kennen.

00:09:35: Das klingt auch so!

00:09:37: Es ist natürlich didaktisch auf eine Art Und es ist aber interessanterweise nichts Schlechtes.

00:09:43: Weil man könnte ja denken, das ist irgendwie... Da haben wir jetzt hier den anarchistischen Planet, da haben wir den kapitalistischen Planeten, da gibt's eine Person die beide beschreibt und man könnte denken dass es irgendwie ideologisch oder pädagogisch oder didaktisch auf ein schlechter Art.

00:10:00: Es ist aber interessanterweise schafft sie das erstens detailliert genug mit beiden Gesellschaften umzugehen dass eben auch die Differenzierung findet sozusagen statt innerhalb der Erzählung.

00:10:18: Und das finde ich irgendwie ganz bewundernswert, weil man merkt eben sofort ist es kein Plädoyer für eine dieser beiden Gesellschaften Es ist einfach nur eben eine Beschreibung und sie bleibt auch sehr nah dran an den Menschen, Das ist auch hier eine Kunst, dass man sozusagen in den Worldbuilding sehr ins Abstrakte gehen kann.

00:10:41: Also es hat sich sehr genau überlegt wie das auf einer abstrakten Ebene strukturell aussieht.

00:10:45: diese Gesellschaften und auf der anderen Seite bleibt sie nah genug an den Personen... Das ist auch noch Spaß macht.

00:10:54: Also es ist ja auch Spaß machen, so einen Roman zu lesen.

00:10:57: Ja voll!

00:10:58: Es ist ja also auch formal wirklich ein bisschen page-turnermäßig organisiert.

00:11:02: eigentlich da ich das...es sind alternierende Kapiteln eigentlich organisiert.

00:11:06: Die beiden Welten oder die beiden Planeten von denen du gerade gesprochen hast.

00:11:09: Anaris sprechen wir sowas aus?

00:11:11: Anaris und der Mutterplanet Eurus oder

00:11:15: Uras.

00:11:16: Genau Chevec kommt von Anaris Und reist dann zu Euras Ähm... Und ich finde das Ganze ist also... Ich hatte am Anfang ein bisschen Schwierigkeiten reinzukommen, weil sie ja wirklich so ... wir landen mit Chevek sozusagen in Eurus und sind so mitten drin.

00:11:35: Also alles was du gerade beschrieben hast diese Planet oder diese Welten und auch wie die organisiert sind, so ist eigentlich alle schon sozusagen vorausgesetzt.

00:11:43: Das fand ich ganz interessant dass die der Leserin da irgendwie gar nichts an Vorlauf erst mal gibt sondern so wums bist du so mit dem Chevekk irgendwie gelandet?

00:11:53: und du musst erstmal selber so ein bisschen klarkommen.

00:11:55: Und sie wirft sofort auch wirklich mit Figuren um sich, ne?

00:12:01: Mit Terminologie...

00:12:03: Mit Sprache, mit Worten, mit Theorien.

00:12:07: Am Anfang ist es ja echt ein bisschen schwindelig und dann stritzt ihr aber ein Stück zurück und wird das in alternierenden Kapiteln erzählt, dass sozusagen die Anaris-Kapitel dann geht's los!

00:12:18: Zweite Kapitel ist dann sozusagen Chevex Kindheit in Anaris und dann immer so alternierend jetzt Zeit, und dann wieder zurück usw.

00:12:27: Und sofort erfahren wir dann halt ein bisschen langsam wie diese Welten sich aufgebaut haben, wie sie sich gebildet haben was die so spezifisch voneinander unterscheidet.

00:12:36: und ich finde das total interessant was du sagst oder gesagt hast dass sie eben gerade kein Plädoyer hält für eine dieser beiden Welten weil so intuitiv denkt man ja am Anfang erst mal eigentlich so.

00:12:48: wir als jetzt sozusagen so liberale linke müssten ihr sagen, ja aneris voll super da ist irgendwie gleichberechtigung und irgendwie wissenschaftsfreiheit und alle haben zu essen.

00:13:00: es ist irgendwie so ein grob sozialistisch anarchistisches system.

00:13:04: Und juras ist der böse kapitalismusplanet aber sie macht das eigentlich finde ich sehr gut dass du im laufe relativ schnell erfährst.

00:13:14: Also nimmt nicht alles das Gold, was glänzt und wir haben irgendwie auf beiden Planeten ein Führ- und ein Wider.

00:13:21: Und am Ende fällst dir also vieles mir richtig schwer mit mal so'n Gedankenexperimenz holen.

00:13:26: Wo würde ich jetzt eigentlich leben wollen?

00:13:28: Eigentlich auf keiner der Beine.

00:13:29: Wie geht's

00:13:29: dir nach?

00:13:33: Ich meine, ich würd schon immer noch glaube ich in den Narrys wohnen.

00:13:36: Sie macht ja auch schlau weil sie sozusagen... Was ich bei all ihren Büchern ganz toll finde ist, dass man ja immer ein Reisen da mit ihr.

00:13:48: Und das kommt natürlich also ihre Eltern... Ich glaube Ihr Vater war Anthropologe?

00:13:52: Also sie hat auf jeden Fall ihr Background ist irgendwie sehr... Sie weiß viel über Anthropologie und es merkt man auch weil sie sozusagen diese Völker die sich daraus denkt, die schaut sie sicher auch an!

00:14:04: Die werden halt beobachtet mehr oder weniger fast wissenschaftlich.

00:14:08: Es ist nicht so, dass die Wertung immer sofort dabei ist.

00:14:13: Wir gehen mit Chevek mit nach Euras und Euras.

00:14:17: Die Leute dort zeigen ihm erst mal, wie schön das da alles ist.

00:14:19: Das heißt es ist irgendwie komfortabel... ...und es gibt Sachen, die es... Also es gibt ungeahnte luxuriöse Dinge!

00:14:30: Und Cheveck ist natürlich auch begeistert davon.

00:14:32: Das heisst wir sehen erstmal gar nicht, wie schlimm es auch da sein kann.

00:14:36: Und dass zum Beispiel später kommt man dann raus.

00:14:39: Ah ja, es gibt einfach große Unterschiede.

00:14:43: Es gibt Proteste, die werden niedergeschlagen und so wie gesagt.

00:14:47: Und was sie aber von Annaris beschreibt ist eben hochreglementierte Gesellschaft praktisch fast proto-kapitalistisch also im Sinne von so eigentlich so eine Degrowth Gesellschaft, weil es gibt auch... Also man kann sich eben nicht viel aussuchen.

00:15:01: Es gibt nicht viel Konsumwahl.

00:15:04: Man kann sich ja auch nicht aussuchen wo man arbeitet.

00:15:06: Man wird hingeschickt.

00:15:07: Das gibt so ein Computer der das entscheidet.

00:15:09: Da ist ich auch sehr interessant.

00:15:10: und können wir vielleicht noch genau darüber reden.

00:15:12: was bin ich sehr interessant?

00:15:13: Weil das ja auch immer eine Frage ist in anarchistischen... In anarchistischem Theorie wie verteilt man Güter und so?

00:15:22: Genau!

00:15:23: Und also diese Reise die man da macht, Man entdeckt die Sachen nach und nach.

00:15:31: Und man entdeckt die Vor- und Nachteile nach und das ist natürlich sehr reizvoll, finde ich.

00:15:37: Ja, total!

00:15:38: Das macht es ja zu so einem Page-Turner, dass du einfach die ganze Zeit mit Chefek eigentlich so mitgehst.

00:15:43: Der Computer bestimmt auch wie die Leute heißen in Narrys.

00:15:47: Das fand ich auch total interessant.

00:15:50: Erzähl uns ein bisschen was zur anarchistischen Theorie?

00:15:52: Ich bin da nicht so drin...

00:15:54: Und zu der Vertreilung

00:15:55: in ... Wo du das, was du da sozusagen findest?

00:15:58: In Eris.

00:16:00: Ja also ich mein es gibt natürlich eben diese Vorstellung dass man, dass jeder nach seinen Möglichkeiten und so, also dass jeder soll so viel und das arbeiten was er kann und so geben was er können und das ist aber natürlich also was man verbraucht muss ja irgendwie reglementiert werden.

00:16:20: Und also sozusagen, selbst wenn man davon ausgeht jeder soll das bekommen was er braucht musst du ja trotzdem irgendwie ausrechnen wer braucht was wann.

00:16:29: und es gibt eben in den letzten zehn Jahren vermehrt Forschung dazu ob man das jetzt über Algorithmen lösen könnte oder über Computer und so.

00:16:37: das finde ich natürlich ist schon irgendwie sehr interessant weil mal alle meine Instinkte alle meine technopessibistischen Instinkte sagen nein auf keinen Fall.

00:16:45: Aber ich sehe schon ein, dass das ein Problem ist also, dass man die Frisur sind Verteilung wie lösen muss und auf Arnares ist eben viel sozusagen.

00:16:55: oder was auch interessant ist wo man natürlich sofort auch rote red flags bekommt ist wenn sie dann darüber reden, dass die Kinder praktisch nicht bei ihren Eltern aufwachsen Und es gibt auch, also Chevek glaube ich mit seiner Mutter hat so ein total unpersönliches Verhältnis mit dir und ist fast irgendwie... Hännt

00:17:16: sie eigentlich gar nicht.

00:17:17: Hän'ts ihr eigentlich gar nichts genau?

00:17:18: Ja!

00:17:19: Und da denken wir natürlich ja auch so Gott auf keinen Fall.

00:17:22: aber Sie schafft das irgendwie dass es eben immer so Ambiguität gibt, dass man nicht denkt oder das ist einfach nur eine Sekt

00:17:30: Interessant.

00:17:31: Wo man nicht ein

00:17:31: Teil davon sein will oder so?

00:17:33: Ja, voll!

00:17:34: Interessante finde ich halt das also weil wir ja mit Chevek sozusagen mit reisen und wie dann auch am Anfang irgendwie so bisschen erzählt wird, wie er damit seinen Kumpels irgendwie redet, wie sie dann halt über Jurist sprechen und was die über Juris beigebracht kriegen und dass es halt so verteufelt wird auch und das eigentlich von Anfang an wie gesagt bist du ja ne da können wir nicht hingehen ist alles ganz schlimm da usw.

00:17:57: Und er fängt anders in Frage zu stellen direkt.

00:18:00: Aber woher wissen wir das denn eigentlich?

00:18:01: Wir wissen ja nur, also so we only know what we're told.

00:18:05: Und das fand ich dann natürlich aus heutiger Perspektive mit Fake News und alles auf einmal auch schon interessant, dass sie mir das jetzt nicht super originell haben.

00:18:11: Ich glaube es ist klar, natürlich!

00:18:12: We only know that we are told.

00:18:14: Er fährt dann halt dahin, irgendwann viel später kriegt er die Erlaubnis dahin zu fahren um sich wissenschaftlich irgendwie auszutauschen.

00:18:22: Aber, und das ist ja auch ganz interessant.

00:18:24: Beide Seiten wollen nicht dass zu viel nach außen dringt.

00:18:28: Also was du gesagt hattest in Neuris da kriegst er erst mal so diesen ganzen Luxus irgendwie, der wird ihm bewusst gezeigt ein bisschen propagandarartig aber alles andere wird halt von ihm weggehalten und gleichzeitig will aber auch niemand das halt das was er in der Universität an Austausch selber reinbringen und was die dann über Anaris erfahren dringt, so zum Plebs quasi.

00:18:51: Damit bloß niemand hört oh es könnte ein anderes Leben geben

00:18:55: und

00:18:55: ungekehrt genauso.

00:18:56: also wir wollen jetzt nicht irgendwie dass die auf Anaris irgendwie wissen das sie vielleicht auch irgendwie mehr haben könnten und das Kapitalismus vielleicht dafür sorgen könnte dass wir eine Wahl hätten zwischen irgendwie verschiedenen Hühnern, die wir irgendwie züchten und so.

00:19:11: Ja ich meine das Verhältnis des Romances zur Wissensproduktion ist natürlich auch interessant weil es wird schon irgendwie so gehandelt und es wirkt natürlich aus heutiger Sicht hat man das Gefühl dass es fast romantisch, dass die Idee das kapitalistische Staaten sich sehr um Innovationen bemühen.

00:19:26: also ja aber wenn man sich jetzt umguckt ich weiß nicht war das gestern oder so mehr hat's gesagt hat die Wissenschaft soll mal liefern.

00:19:37: Ja, und ich meine das ist ja natürlich hier in diesem Buch sind sozusagen diese Leute auf Euras Sehen ein dass man den Wissenschaftler forschen lassen muss.

00:19:47: Man muss ihm Zeit und Raum geben und vielleicht findet er was aber vielleicht auch nicht Und so.

00:19:51: also das ist fast ja wie so quaint von hier aus gesehen irgendwie Dass es überhaupt noch so eine diese Idee der Wissenschaft gibt.

00:19:59: und Ich weiß auch nicht ob ich da jetzt sozusagen Es gibt ja schon so eine Art Konklusio in dem Roman, dass das eben nicht möglich ist.

00:20:07: In einer heilistischen Gesellschaft und ich weiß gar nicht ob ich da sozusagen bis zum Ende mitgehen würde aber ich verstehe schon also sein innerhalb ihres gerankener Experiments macht natürlich Sinn weil sozusagen die Ressourcen die man verteilt der Wissenschaftler kann nicht einfach forschen was ihn interessiert sondern er muss forschen was also utiliteristischer also was sozusagen für die Gemeinschaft gebraucht wird.

00:20:32: Also ich meine, das ist ja eigentlich das was er März vorschlägt.

00:20:39: Ja und nein!

00:20:39: Mein März will ja eigentlich nur ein Forschen nicht für sein Gemeingut sondern für seine Tasche in erster Linie oder für seinen

00:20:47: Partner.

00:20:47: Oder fürs Wirtschaftswachstum was natürlich irgendwie... Ja,

00:20:50: also was dann auch wieder nicht irgendwie der Gemeinschaft zukommt.

00:20:56: Aber deswegen weiß ich gar nicht ob sozusagen eine anarchistische Gesellschaft notwendigerweise sagen würde wir müssen das so utilitaristisch fassen.

00:21:05: man könnte ja auch sagen ja gut dann haben wir halt ein paar Leute die einfach davor sich hinforschen.

00:21:10: Ja, das Interessante ist ja das Buches von.

00:21:14: Und das ist immer interessanter weil die sind Sci-Fi oder eben nahe oder nahe Zeit utopien dystopie irgendwie.

00:21:22: ich habe letztens so ein Artikel gelesen wo die Headline war why does Margaret Atwoods Fiction keep coming true?

00:21:28: Nicht so naja!

00:21:30: Das ist jetzt nicht so ein Mysterium wenn man sich denkt dass es eigentlich alles angelegt in den Gesellschaften in dem wir leben

00:21:38: Das heißt ja auch Speculative Fiction.

00:21:41: Ja

00:21:41: genau, richtig schön spekulisieren Fiction und dass man dann also wie liest du das heute?

00:21:47: Hast du jetzt noch mal aktuell reingeschaut?

00:21:50: oder weil

00:21:51: du sagst ist es nicht so lange her, dass du's gelesen hast?

00:21:55: Ja doch ich hab nochmal reingeschaut und ich habe auch The Left Hand of Darkness nochmal gelesen was auch interessant ist weil da ich weiß nicht ob wir darüber jetzt noch ein bisschen ausführlicher sprechen sollen aber da gehts um Es ist auch ein Reisender, eine abgesannte Komene der Planeten.

00:22:12: Irgendeine Verbindung von Planeten kommt auf einen Planeten, der Winter heißt also wo es halt kalt ist und ich habe das lustigerweise jetzt auch während diesem... Und auf diesem Planeten gibt es eben keinen Geschlecht.

00:22:30: Oder beziehungsweise die Leute haben kein festgelegtes Geschlech, sondern wenn sie ... Die gehen einmal im Monat in Camer und dann sind Sie sozusagen entweder weiblich oder männlich, das wechselt aber.

00:22:41: Dann können sie sich paren.

00:22:44: Das sind nur ein paar Tage irgendwie.

00:22:47: Das ist natürlich interessant, weil das auch einen... Das ist auch ein Robin aus den Siebzigerjahrens, geht auch im Gender.

00:22:53: Es ist natürlich von Feminismus beeinflusst.

00:22:56: Aber ich hab dann Interview mit ihr gehört wo sie darüber geredet hat ob sie they pronouns hätte verwenden sollen und... Und dass sie eigentlich dafür ist, dass Leute das machen sollen.

00:23:05: Aber dass es nicht ging... ...aber dass sie trotzdem irgendwie reut, dass alles in der Ehrform geschrieben ist.

00:23:13: Das fand ich auch ganz interessant weil da hat sich ja natürlich schon einiges weiterentwickelt.

00:23:17: aber ich glaube auch, dass die für ihre Zeit extrem fortschrittlich war In der Hinsicht, weil es gab ja auch ganz viel Second Wave Feminism biologistisch und essenziellistisch war.

00:23:30: Und ich glaube, da hilft ihre anarchistische Haltung irgendwie daraus zu treten und nicht sozusagen in diese biologisische Haltung zu verfallen sondern... was wäre denn, wenn es gar kein Geschlecht geben würde?

00:23:44: Ja

00:23:44: das ist ja sowieso immer dieser speculative fiction oder science-fiction Aspekt.

00:23:48: Was wäre WEN?

00:23:49: Das ist die Grundfrage eigentlich und mir ist das bei der Dispossess auch aufgefallen dass es zum Beispiel auf Anaris irgendwie alles pansexuell zugeht.

00:23:58: also man darf alle Erfahrungen machen, die man möchte.

00:24:02: Ganz schön, relativ früh im Roman fragt er auf yours.

00:24:05: Ja, mir ist aufgefallen gestern Abend bei dieser Party in der Uni, da waren irgendwie so ein paar Frauen und seinen Gesprächspartner sorgt dann ja... Wo waren denn die anderen Frauen?

00:24:16: Und dieser Gesprächspartner missversteht das am Anfang und denkt so hey also kannst du mir sagen was dir gefallen würde besorgen wir dir so ungefähr?

00:24:26: Und er sagt dann so, nee ich mein The Women Scientist und es ist ein Heavy Scientist.

00:24:31: Und dann wirklich so voll der Klassiker ja ne, women can't do math.

00:24:36: Die können das mit den Zahlen nicht, die können irgendwie nicht so abstrakt denken.

00:24:40: Und ich habe mich ein bisschen reingewühlt in sozusagen ihre Rezeptionsgeschichte.

00:24:45: In der Zeit, in der sie auch veröffentlicht hat.

00:24:47: weil also heute ne?

00:24:50: In the age of bookbanning und irgendwie censorship und irgendwie alles das sensible Sprache und so ist die aber sehr schnell.

00:24:58: irgendwie hatten sehr großen fame erlangt und auch viel Erfolg.

00:25:02: also auch einfach im Glaubst du, dass das... Also sie hat Preise gewonnen.

00:25:07: Auch National Book Award zum Beispiel also jetzt nicht nur in ihrem Genre des Science Fiction.

00:25:11: ich habe ziemlich viele Interviews mit ihr auf YouTube gefunden was auch heißt ist die auch lange Interviews wo man dann denkt ja ja wie du ausstattest in den USA hier natürlich nicht einfach auch so dass sie als Autorin behandelt worden ist wirklich als Schriftstellerin und auch als Intellektuelle.

00:25:30: Ich konnte jetzt nichts finden, irgendwie im Sinne von großer Backlash oder großes irgendwie... Ja, gegen Wind.

00:25:39: Gegen auch so dieses teilweise ja auch ziemlich Thesenhafte irgendwie ... Diese Welt so, diese Welt so und in The Dispossess vielleicht kannst du da noch was zusehen?

00:25:47: Geht's jetzt zum Beispiel später ziemlich krass um Staatsgewalt wo du dann auch direkt so denkst oh,

00:25:52: Eis!

00:25:52: Also ich finde das fand das sehr schön und irgendwie ermutigen und irgendwie so heilsam zu denken.

00:25:59: Diese Frau hat die ganze Romane geschrieben.

00:26:02: Und irgendwie zumindest sieht man es im Internet nicht mehr.

00:26:05: Niemand hat ihr gesagt dass Das sollen sie nicht tun, das ist furchtbar.

00:26:09: Man soll sie nicht lesen oder so?

00:26:11: Ja es ist mysteriös ehrlich gesagt.

00:26:13: also weil gerade auch dass Sie sozusagen... Also was ich eine Sache, die ich sehr an ihr liebe ist, dass sie ganz wenig Dunkel hat und ich glaube auch es gibt ein Buch von ihr d.h.

00:26:25: Steering the Craft wo sie übers Schreiben schreibt also sozusagen eigentlich wie so ein... Da sind so Exercises drin die man machen kann als jemand der schreiben Schreiben will und so.

00:26:39: Und das ist ja... Das machen ja eigentlich Autorinnen selten, die irgendwie so ernst genommen werden wollen.

00:26:45: Weil sie wollen lieber nicht irgendwie schreiben.

00:26:47: wie macht man das?

00:26:48: Und Handwerk!

00:26:48: Handwerk ist auch was, was als unseriös klingt.

00:26:52: Zumindest hier in Deutschland glaube ich.

00:26:56: Ja, also genau.

00:26:58: In meinem ersten Roman habe ich über's Bauhaus geschrieben.

00:27:00: Da ging es schon los.

00:27:01: Also da war das ja schon so oh, die machen Handwerk, die befreuen in der Wiebwerkstatt und so, das ist alles nicht richtige Kunst.

00:27:10: Und also diese Unterteilung gibt es ja schon sehr lange und das schert sie halt überhaupt nicht.

00:27:15: Also Handwerk findet sie... Das ist natürlich auch eigentlich irgendwie ein wahrscheinlich relativ bewusster anarchistischer Impetus.

00:27:24: Also sozusagen do it yourself!

00:27:26: Man bringt anderen Leuten Skills bei und solche Sachen.

00:27:31: dann hat sie eben auch keine Berührungsängste mit diesem Genre Science Fiction und so.

00:27:35: Und eigentlich also nach allen Gesetzmäßigkeiten des Patriarchats musste eine Frau, die zu dieser Zeit feministische Science Faction schreibt, nicht ernst genommen werden?

00:27:45: Eben!

00:27:47: Ja, das stimmt.

00:27:48: Das ist schön dass es nicht so ist.

00:27:50: was ich ein bisschen immer Sorge habe ist wenn Autorinnen als primär feministischer AutorInnen geframed werden.

00:27:58: Dann heißt es, dass sie immer wieder entdeckt werden wenn der Feminismus gerade popkulturell wiederentdeckt wird sozusagen.

00:28:07: Also zum Beispiel mal den Haushof ist ein gutes Beispiel die wird immer wieder.

00:28:10: in den siebziger Jahren hatte sie ihre Fahrt dann jetzt wieder und dann hat man aber natürlich Angstes wenn.

00:28:17: also ich möchte gerne das die einfach als Autorin begriffen wird.

00:28:20: Die verstehe so meins.

00:28:24: Also ich bin nicht dagegen, dass es feministische Literatur gibt.

00:28:27: Aber die Gefahr ist natürlich, dass das dann wieder Gepidgen holt wird oder dass das wieder benutzt wird um das als Frauenliteratur zu brennen.

00:28:35: Das berühmte

00:28:36: Bread Crumbing?

00:28:38: Ja, das wollen wir natürlich nicht.

00:28:39: Nee!

00:28:40: Das beruhmte bread crumming so eine muss dann immer herhalten irgendwie für den Missstand der Bewegung quote unquote gerade und sie wird dann wieder so entdeckt und dann verschwindet sie wieder... Das ist noch mal eine ganz andere Diskussion, aber ich denke wir sind uns auch eigentlich natürlich nach wie vor das System in dem irgendwie Goethe-Schiller und Konsorten weiter perpetuiert werden.

00:29:03: Und weiter gelehrt werden und weiter erforscht werden und den Bibliotheken und alles Mögliche gewidmet wird.

00:29:08: Dann müssen halt in jeder Generation die jungen Frauen und dann mittelalten Frauen und älteren Frauen, die mal den Haushofers und Marco und Edwards und so wieder hervorkrahmen bis sie irgendwann hoffentlich mal kanonisiert sind.

00:29:22: Das ist halt echt auch eh so ein Vampire, irgendwie Dauerbrenner hier immer.

00:29:26: Also in jedem Gespräch geht es darum, warum sind diese Frauen entweder beispielsweise nicht übersetzt?

00:29:32: Warum sind die Übersetzungen nicht mehr erhältlich?

00:29:34: Warum wird das nicht gelehrt?

00:29:36: Warum kennen wir sie hier nicht?

00:29:37: Das kann doch nicht sein!

00:29:38: Warum werden die irgendwie in diese Ecke gestellt?

00:29:40: Also weiß ich nicht... In unserer Jane Austen-Folge zum Beispiel drüber geredet, warum Jane Auston in Deutschland einen schlechten Ruf hat während sie beispielsweise natürlich in Englisch und National Treasure ist, auch in der Universität usw.. und warum es da nur so schlechte Übersetzungen gibt.

00:29:53: Also man hat immer das Gefühl, dass ich kann ja immer nur von Deutschland reden.

00:29:57: Ich habe halt nicht auch in den USA oder so studiert, dass man irgendwie hier das Gefühl hat, hier wird einfach doch sehr stark festgehalten an irgendwie den alten weißen Herren die schon unsere Eltern und teilweise Großeltern in der Schule irgendwie beigebracht bekommen haben oder?

00:30:17: Ja und das Schlimme ist ja, dass jetzt noch dazukommt was neu ist.

00:30:20: Nämlich dass das Földung jetzt angefangen hat Booktalk zu besprechen aber als sozusagen.

00:30:27: also man bleibt stehen auf dem Standpunkt ja Frauen mögen irgendwie einfach Trashige Sachen Und dann ist es so ja aber wir müssen jetzt die trashigen Sachen besprechen weil die sind jetzt so populär wie sie besprechen.

00:30:39: Das ist halt also auf eine sehr, sehr stranger Art Perpetuiert ist ja genau dieselbe Logik.

00:30:47: Also es geht dann einfach immer nur weiter und das macht mich schon auch ein bisschen wahnsinnig.

00:30:52: Ich glaube, Austria-Kaila Gwynn hat relativ viel ... also einer der Gründe die ich mir vorstellen könnte dafür dass sie es irgendwie geschafft hat.

00:31:03: Also ich meine es ist glaub ich auch einfach Glück und Zufall und solche Sachen.

00:31:07: aber Es gibt natürlich, sie hat halt auch einfach ein großes Interesse an sehr vielen Sachen.

00:31:12: Also Sie hat sich selber nie gepitschen.

00:31:15: Sie hatte ja selber zum Beispiel bei The Dispossessed finde ich auch schon echt beeindruckend wie sehr sie sich in die Physik reingefunkst hat.

00:31:24: Also da geht es ganz viel um so Sachen wo ich so denke... Zeitreisen!

00:31:27: Weil ich

00:31:27: kann das jetzt nicht nachprüfen ob das sozusagen auf dem Physiker dass einem jemandem statthalten würde, der sich damit auskennt.

00:31:36: Aber ich hab schon das Gefühl, dass die sich mit sehr vielen Dingen einfach beschäftigen und dass sie selber ... Sie ist ja auch sehr interessiert am Taoismus und so.

00:31:44: Also sie ist jetzt halt nicht nur so... Ich bin Second-Wail Feministin und schreibe nicht, dass es nicht okay ist, aber also kann man natürlich auch machen!

00:31:55: Das ist total legitim.

00:31:58: Die hat eine sehr weite Range, würd' ich sagen.

00:32:01: Ja, ich habe ein Interview mit Ege gehört wo sie ein bisschen drüber spricht wie die Disprocest entstanden ist und das fand ich auch total.

00:32:08: also wie du gerade gesagt hast.

00:32:09: Sie hat sehr wenig Dünkel und es fand ich unglaublich sympathisch dass ihr meint ja sie hatte mal so eine Kurzgeschichte geschrieben und die hat irgendwie überhaupt nichts getaubt!

00:32:16: Das hat sich auch gemerkt, irgendwie funktioniert sie nicht und das sieht man so weggeschmissen.

00:32:20: Und irgendwann hat sie sich dann so angefangen mit, weil es geht also in ihrem Denken bei wie glaube ich vielen Autoren in ihrer Generationen im USA um irgendwie den Vietnamkrieg und die Haltung dahinter und dazu und dagegen.

00:32:36: Dass Sie gesagt haben, dass sie jetzt irgendwann festgestellt hat das sie einfach... komplett gegen Krieg ist.

00:32:40: Einfach Period und sich dann auseinandergesetzt hat, wie du auch sagst Taoismus mit aber auch irgendwie mit gewaltlosen Widerstand Gully usw.

00:32:48: Und eben auch eine Form von Anarchie auf einer Art staatlicher also so als Staatsform oder eben Nicht-Form.

00:32:56: Und dass sie dann irgendwie gemerkt hat, weil es jetzt immer so einen schönen Satz gesagt hat, I had to find out what i'm writing about?

00:33:01: To write it!

00:33:02: So... Also dass die irgendwie hinterher sagt und das fand ich richtig schön.

00:33:05: Dann sagen sie, ja da war so eine Kurzgeschichte, die war halt Müll.

00:33:09: aber dann habe ich schon im Finale gedacht Und dann hab ich grad so, vielleicht noch nicht.

00:33:13: Da habe ich sie wieder aus dem Müll einmal rausgeholt und das mochte ich echt auch.

00:33:16: Also wie du sagst ganz hemsärmelig irgendwie und dabei aber ebenso... Das merkt man beide, Dispossessed.

00:33:23: Ich hab tatsächlich The Left Hand of Darkness nur angelesen.

00:33:26: dort ist gesagt dass uns da vielleicht noch am Rande... Ich hab das nicht mehr geschafft um das in der Tiefe mir anzuschauen Aber die Dichte merkt mal einfach irgendwie das unglaubliche Wissen Spaß daran.

00:33:41: Also wenn es ihr keinen Spaß machen würde, würdest uns keinen Spaß macht das zu lesen

00:33:45: und

00:33:46: weil ist es teilweise auch wirklich lustig.

00:33:48: also sie hat ja wirklich wirklich humor und das mochte ich irgendwie auch so.

00:33:54: insgesamt Ihre Haltung, obwohl ja eigentlich alles sehr düstes ist bei Margaret Edward auch.

00:33:59: So wenn man die so hört, denkt man mir der immer gute Laune.

00:34:02: Stimmt!

00:34:02: Die Kichert auch.

00:34:03: Also Ursula Kehlewind kichert in allen ihren Interviews finde ich auch sehr sympathisch.

00:34:10: Ja, ich meine sie hat.

00:34:11: vielleicht wollen wir noch über The Carrier

00:34:14: Back Series Fiction... Ja unbedingt!

00:34:15: Das habe ich hier auch auf genau das hattest du mir auch gesagt den Essay of the Carrier back series

00:34:21: Fiction

00:34:22: Und dazu kann ich nur ganz kurz eine kleine Fußgute erwähnen, und zwar super lustig.

00:34:26: Ich habe mich letzte Woche mit zwei Leuten getroffen, mit denen ich ein Projekt machen werde... ...und die haben dieses Essay auch erwähnt!

00:34:32: Die meint so darauf basiert das ganze Projekt und ich war so okay, dass hab' ich auch gerade gehört.

00:34:37: Innerhalb von zwei Wochen habe ich das erste Mal vom Essay von zwei Leuten gehört wo ich denke so wow ok irgendwas habe ich da verpasst.

00:34:45: Erzähl uns was über dieses Essai The Carrier Bag Theory of Fiction von.

00:34:50: Also es ist nicht sehr lang, aber du hast recht, dass es mittlerweile sehr viel Rezeption dazu gibt.

00:34:55: Zum Beispiel habe ich hier liegen so ein Buch herausgegeben von Sarah Shin und Matthias Zeiske Und da gibt's ganz viele Beiträge unter anderem von Dorothee Elminger und Ines Marchi und so.

00:35:06: und also.

00:35:07: Ich glaube das ist diese Theorie hat sehr viele SchriftstellerInnen beeinflusst auch.

00:35:14: Ich würde sagen, im Grunde ist das Argument gar nicht so kompliziert.

00:35:19: Sie spricht darüber dass es diese Idee gibt, dass es Konflikt braucht um eine Handlung voranzutreiben und es braucht einen Helden.

00:35:28: Ein Helden?

00:35:29: Genau!

00:35:30: Und das ist sozusagen der Grenze ab eben den Heldemütos von dem Roman, weil sie sagt eigentlich ist der Roman eben nicht der Heldenmythus sondern ist viel näher dran an den Behältnis.

00:35:45: Also da geht es sich dann in sozusagen... Sie sagt das erste Also für die Menschen ist es wichtiger als Werkzeug, wenn du was zu essen hast musst du irgendwo rein tun.

00:36:00: Genau!

00:36:01: Und sie sagt der Roman ist eigentlich näher am Behälter und vielleicht kann ich sogar einmal kurz diesen einen Satz verlieben?

00:36:09: Ja bitte,

00:36:10: ich habe mir auch ehrlich gesagt in halbem Essay... angemarkert.

00:36:16: Also sie sagt, ich würde sogar so weitgehend zu behaupten ist die naturgemäße richtige und angemessene Form des Romans möglicherweise die eines Beutels einer Tasche ist?

00:36:25: ein Buch birgt Wörter Bergendinge Sie tragen Bedeutung Ein romanes Medizinbündel das Dinge in einem besonderen wirkmächtigen Beziehungsverhältnis zueinander und zu uns hält.

00:36:37: genau und es ist natürlich also Das Lustige habe ich, als ich das erste Mal gelesen habe, war in allem meine Instinkte so ... Ich weiß nicht.

00:36:46: Ach echt?

00:36:47: Ja!

00:36:48: Weil ich verstehe natürlich sozusagen was sie meint mit einer gegenderten Logik ist und ich bin zum Beispiel auch langweilig auf der Actionfilm.

00:36:56: also es ist jetzt nicht so als wäre irgendwie Konflikt oder so.

00:36:59: aber ich bin auch interessiert an Plot und vor allem eben an die Identifikationen Und ich finde, sie hat ja auch eine Hauptfigur.

00:37:09: Schäweck ist schon die Hauptfigure und spricht in der Steering the Craft viel über Omniscient Narrators.

00:37:18: Das ist schade, dass man aufgehört, dass junge AutorInnen dazu tendieren entweder erste Person oder dritte Person aber... Ich weiß nicht, wie man das nennt.

00:37:32: Wow!

00:37:32: I've never studied literature.

00:37:37: Wie heißt es?

00:37:37: Personal erzählen.

00:37:39: Ja genau, dritte Person, aber nah dran.

00:37:42: Personal erzählt, ja.

00:37:47: Genau und dass sie das eigentlich... Also irgendwie findet das ein underused tool.

00:37:52: Und finde ich auch oder dass Leute nicht genug darüber nachdenken warum die welche Form wählen.

00:37:59: Auf der anderen Seite finde ich eben schon, dass Identifikation sehr wichtig ist.

00:38:05: Wenn man Roman liest und ich auch immer sozusagen gedacht habe was so schönes an Literatur ist ja das du die Person wirst und also dass du die Hauptfigur wirst, dass du dich in die verwandelst und dass du dadurch Erfahrungen machen kannst du sonst in deinem Leben nie machen könntest.

00:38:27: und das ist natürlich auch eine Art Empathiebilden, weil sobald du andere Personen wirst.

00:38:32: Genau!

00:38:32: Und es widerspricht sich aber am Ende gar nicht.

00:38:35: Das war nur mein erster Impuls, warum ich so Widerstände hatte, weil ich dachte ja bei dann wenn man keinen Helden hat, dann hat man auch keine Identifikation und dann fällt das alles weg und so... Aber das ist ja gar nicht das was sie sagt.

00:38:45: eigentlich glaube ich.

00:38:47: Nee glaub ich eigentlich auch nicht.

00:38:48: Ich glaube sie macht halt irgendwie.

00:38:55: Was ich da drauf gelesen habe, ist wirklich so ein Unterschied zwischen männlicher und weiblichen Ansatz der Sichtweise auf Geschichte.

00:39:08: Und deswegen auch auf Geschichten.

00:39:11: Und irgendwie Geschichten als humanismus bilden oder menschlichkeitsbildendes Element.

00:39:17: Und dass sie irgendwie sagt so, I too try to be human.

00:39:21: Ich hab's ja auf Englisch.

00:39:21: deswegen, kann ich nicht sagen.

00:39:22: Dass ihr irgendwie sagt, ich habe auch versucht und ich wollte auch gerne menschlich sein Und wenn man aber dafür sozusagen jagen und töten muss, hat das irgendwie bei mir nicht funktioniert.

00:39:33: Das ist nicht mein Verständnis von Menschlichkeit!

00:39:35: Und das fand ich total schön.

00:39:37: also so als ... Ja

00:39:38: und sie sagt ja auch das Konflikt... Also sie sagt ihr sozusagen, man kann es halt nur nicht reduzieren auf Konflik.

00:39:43: Natürlich gibt es Konfliken und genauso wahrscheinlich würde sie sagen Es gibt auch Helden.

00:39:48: Nur man kann das eben nicht auf die eine Heldenerzählung reduzieren.

00:39:54: Genau, ich

00:39:55: hab da einfach viele Erfahrungen.

00:39:57: Ich glaub der eine Held!

00:40:00: Also ich fand das ganz schön dass sie diesen Anfang macht mit dem eben genau mit diesem halt.

00:40:04: so eigentlich in der Geschichte der Menschlichkeit geht es ja erstmal darum wenn wir überleben wollen müssen wir uns was zu essen sammeln und dann geben wir ins Feld und sammelt Bären und irgendwie Nüsse und Kartoffeln usw.. Deswegen das Behältnis und so.

00:40:22: Aber sagst du, das ist nicht die Geschichte.

00:40:24: Das ist halt keine gute Geschichte.

00:40:26: Die gute Geschichte fängt halt an wenn so ein Typ Son Mamut erlegt So,

00:40:30: wenn halt

00:40:30: das Blut spritzt.

00:40:32: Also dass ihr halt irgendwie sagt so da ist die Geschichte und eben nicht im Sammeln.

00:40:37: Und ich meine, da würde ich glaube ich widersprechen weil ich auch sage wie du ausstattest also Actionfilme zum Beispiel zu was alle diese Eindeutigkeiten einhält besiegt eine große Ungerechtigkeit.

00:40:48: Das finde ich oft auch irgendwie erlähm'n und ich mag eigentlich so kleinteilige Sachen wo Geschichten sowie kleine Nüsse in einen Körbchen gelegt werden.

00:40:59: Ich glaube auch, dass sie auf eine sehr unfretensiöse Art war.

00:41:03: Es fällt ja auch auf.

00:41:04: Sie ist sehr belesen aber sie bezieht sich jetzt nicht immer sofort auf andere AutorInnen oder so.

00:41:10: Aber sie hat natürlich auch und das ist zum Beispiel also da denke ich auch an David Graver Sie hat natürlich ein Anthropologensicht auf die Menschheit im Sinne von Dass sie über Kooperation nachdenkt weil es ist jetzt eine kapitalistische Sicht wo es ja immer nur darum geht entsteht durch Eroberung von Dingen.

00:41:34: Und da ist sie sozusagen eine Anti-Hobs Haltung, die Sie da haben oder John Locke oder so.

00:41:39: Eigentlich geht es sich gegen sehr klassische kapitalistische Theorien.

00:41:44: wendet sie sich damit und das sagt sie halt nicht so eins zu eins.

00:41:48: aber das steckt auch drin

00:41:52: Ja voll.

00:41:53: Also da hast du jetzt glaube ich mehr Ahnung als ich, weil Hops und Lock und so was.

00:41:57: das habe ich irgendwie erinnert.

00:41:58: Ich so als Namen aber ich kann dir sagen was ein Personaler Erzähler

00:42:04: ist.

00:42:04: Ich kannst nur machen!

00:42:05: Ich kann es nicht benennen.

00:42:06: Genau

00:42:07: und das ist so.

00:42:08: Aber sag doch noch mal so ein bisschen Kannst Du?

00:42:14: Ich habe mir Gedanken gemacht, weil dieser Essay ist für mich schon sehr feministisch.

00:42:20: Findest du den dispossessten feministischen futuristischen Roman?

00:42:26: Ja!

00:42:27: Tatsächlich?!

00:42:28: Ja aber nur insofern als dass ich sozusagen für mich... Aber das ist vielleicht unsere persönliche Sache.

00:42:33: Mein Feminismus hängt sowieso immer zusammen mit einer anarchistischen Grundteil.

00:42:38: Also sozusagen insoferen feministisch als das im besten Fall durch eine bestimmte Organisation der Gesellschaft.

00:42:48: Eine Freiheit entsteht, die es möglich macht für Frauen genauso wie für meine... Also ich mein sozusagen ist ja eine sehr gleichberechtigte Gesellschaft, die sie schildert und sozusagen explizit feministische Belange fallen weg weil Sie schon erfüllt sind.

00:43:08: Richtig, ja das stimmt!

00:43:10: Und insofern würde ich sagen auf jeden Fall und es ist ja fast... Also ich finde es auch mal wohltun.

00:43:15: tatsächlich wenn man jetzt so aussteigt ein bisschen aus den Diskursen in denen wir uns ständig befinden was hier so einen Roman kann ist zu sagen ja aber was wäre wenn's schon so wäre?

00:43:29: Ja also vielleicht sozusagen aus dem Kampf raus treten.

00:43:34: Das kann man ja dann auch in Essays machen und so, dann Opinion-Pieces oder Theorie.

00:43:39: Aber in dem Fall macht sie eben ... Ich würd sagen, sie macht das anstatt darüber zu sprechen?

00:43:46: Ja total schön!

00:43:46: Also ich find deine Antwort total schön weil ich halt als mein erster Gedanke so voll basic.

00:43:50: wo sind die Frauen in diesem Romanen?

00:43:54: Es gibt ja seine Partnerin, die haben mich vergessen.

00:43:56: Ja

00:43:56: ich auch, diese ganzen Namen irgendwie.

00:44:00: Irgendwas mit S glaube ich aber

00:44:01: schon vergessen.

00:44:02: Natürlich kein gutes Zeichen.

00:44:04: Aber ich fand sie jetzt nicht unterkomplexer als Charakter.

00:44:09: Und so eine Mutter ja auch?

00:44:11: Nur er ist ja irgendwie... Also Chevek ist einfach derjenige oder so sagen

00:44:15: wir

00:44:16: die Handlung trägt und der will halt folgen und so.

00:44:22: zu sagen, wir haben eine Welt in der ist ja eigentlich alles, wofür wir kämpfen schon gegeben.

00:44:28: Und warum brauchen wir dann eine Frau die das alles eher kämpft?

00:44:33: Das ist natürlich auch ein Unterschied zwischen Repräsentation... Also am anderen Ende davon ist so Repräsentation ohne dass irgendwas anders ist.

00:44:41: Die ganzen Geschichten gibt es ja auch.

00:44:43: Wir sehen ja auch irgendwie superheldenen Geschichten, in denen aber alles halt trotzdem total patriarchal im Loging folgt.

00:44:51: Das ist das, was mich bei Wonder Woman so aufgeregt hat.

00:44:54: Den Film am Ende.

00:44:55: Der ganze Film ist eine feministische Grundprämisse und am Ende ist aber der Typ, der sich irgendwie opfert für sie.

00:45:02: Ja

00:45:02: jetzt muss ich auch noch mal sagen, dass es bei Barbie ist.

00:45:06: Ja, total.

00:45:08: Also ich halte auch Barbie jetzt nicht für einen wirklich ... Ich hab mich einfach sehr gut amüsiert in diesem Film.

00:45:12: Das ist eigentlich alles.

00:45:14: Der war unterhaltsam und ich glaube also das spielt überhaupt keine Rolle hierfür.

00:45:18: aber der kam raus als ich gerade in der Endphase meines Romans hing meines Letzten.

00:45:25: Du kennst das, wenn das so ist.

00:45:26: Man ist aber völlig fertig die ganze Zeit und dann war immer so okay vier Uhr.

00:45:30: wo läufbar hab ich?

00:45:31: Wo kann ich mich amüsieren?

00:45:33: Also das war ein bisschen das Ding.

00:45:34: Aber das nur am Rande.

00:45:36: Ich habe gesehen dass auf der Website deines Verlages wo auf sie dann sozusagen... gezeigt und vorgestellt wird, gibt es eine Subseite mit Bezügen.

00:45:51: Und so einen Sekundärkatalog zu deinem Roman, den ich hier aus der Bischerei habe?

00:45:58: Da ist sie gar nicht dabei!

00:46:03: Außer La Kele Gunn.

00:46:04: Wo ist die denn da?

00:46:05: Hast

00:46:08: du sie einfach vergessen oder war sie jetzt da irgendwie?

00:46:11: Nee, da hab ich halt hauptsächlich Sachen hingetan wo die direkte Bezüge zu Roman haben.

00:46:17: Also sozusagen, ich hab zum Beispiel über die Insel Nauro geschrieben dann habe ich irgendwie eine Reportage oder so verlinkt oder ich weiß nicht mehr genau vielleicht auch ein Buch.

00:46:25: Oder also sozusagen eigentlich halt haupptsächlich Sachen die direkt vorkommen und beispielsweise William Gibson habe ich ja auch ganz viel gelesen für den Roman aber das... kommt da auch nicht vor.

00:46:36: Ich hab weniger literarische Bezüge als sagen wir mal so Sachbezüger, was natürlich verschwindet bei meinen Romanen weil die Leute über dich geschrieben haben nämlich dieses Silicon Valley-Duz ja eigentlich die ganze Zeit sich mit Seins Fiction beschäftigen und insofern ist das natürlich auch ein bisschen meta alles, weil es sind Seins fiction Romanen über Leute die eine Obsession mit Zukunft haben und so aber ja

00:46:59: voll.

00:46:59: Also, das waren

00:47:00: wir nur so aufweichen.

00:47:01: Es mischt sich alles.

00:47:02: Genau!

00:47:03: Nehmt ihr euch auch dachte, es ist offensichtlich auch vor allem alles was inhaltlich irgendwie referiert und jetzt eben nicht so literarische Einflüsse?

00:47:11: Weil ich dann dachte so ah da könntest du mal doch mal gucken.

00:47:13: aber was empfiehlst du denn unseren Hörerinnen irgendwie zum Einstieg oder auch zum Weiterlesen wenn wir jetzt... also bist du mit ihrem Gesamtwerk so sehr vertraut oder mit einem großen Teil.

00:47:25: Ich fürchte nicht, nee.

00:47:26: Weil es da gibt's so viel... Also ich hab schon noch ein paar andere Bücher gelesen aber ich habe dann ja wie gesagt die hat eine Menge geschrieben.

00:47:34: Die finde ich auch immer sehr bewusster.

00:47:37: Aber also ich hatte das schon erwähnt, aber wenn man sich interessiert für die Theorie, dann find' ich tatsächlich dieses Buch wo andere Autorinnen sich darauf beziehen.

00:47:47: Das heißt einfach Carrier Bark Fiction.

00:47:52: Genau!

00:47:54: herausgegeben von Matthias Zalske und Sarah Schinn, und erschienen AKW irgendwie.

00:48:01: Ich weiß nicht ob man das kann aber bestimmt online sein.

00:48:02: Das

00:48:03: finden wir alles und haben das dann in den Verlinken

00:48:06: nachgedacht?

00:48:06: Genau!

00:48:07: Und das ist interessant weil sozusagen dass sich ja auch wie so ein Bezugssystem dann auf diesen Text richtet mit anderen auch Fiction Riders.

00:48:20: also ich mein Dirty Elminger zum Beispiel hat schon öfter ein Interviews von dieser Theorie gesprochen.

00:48:28: Und ich finde, man merkt es auch also vor allem in der Zuckerfabrik.

00:48:31: Merkt man das ist da eben ganz viel um so Geschichten sammeln und so geht.

00:48:37: Wenn dann sozusagen noch die Anwendung... Also dann hat man jetzt die Theorie und dann kann man über die Anwendungen.

00:48:43: Dann find' ich schon dass the left hand of darkness weil sie hat da auch interessanterweise zwischendurch immer so Kleine Texte, also es geht die Handlung und dann gibt das zwischendurch kleine Kapitel in denen die Mythen dieses Planetens erzählt werden.

00:48:58: Und die Geschichten und die Religionen und so aber eben durch wie so Dokumente, die jemand findet oder der Anthropologe sich anereignet diese Geschichte.

00:49:07: Das finde ich ja auch wieder ein Verweis auf sozusagen The Oral Tradition.

00:49:11: Also als Gegensatz vielleicht zu dem Heldenmyter aus.

00:49:18: Also, dass die Geschichten, die man so sammeln kann auf einem Planeten.

00:49:22: Auf einer Art ist

00:49:23: das beim Dispossess auch so, da funktioniert es aber über Dialog.

00:49:26: Das ist fast ein platonisches Prinzip.

00:49:29: Da sind die ganze Zeit die Reden miteinander und deswegen ist man oft ein bisschen lost gerade am Anfang bis man sich diese ganzen Figuren alle eingeignet hat.

00:49:39: Jeder steht für irgendwas erzählt halt.

00:49:41: Das fand ich formal interessant weil sie nicht so groß was erzählt in dem Sinne also so erzählerisch jetzt dieses Thema und irgendwie die Welten sondern sie Ja, es ist so ein bisschen so.

00:49:54: Alles wird halt im Dialog erzählt deswegen auch sehr schnell geht und man irgendwie ganz oft auch das Gefühl hat, dass man überließt irgendwas und muss dann manchmal wieder zurück so hey was war jetzt irgendwie gerade?

00:50:05: Das hat mich total beeindruckt weil nicht beeindruckte einfach beim erzählen oder wenn Menschen so spannend schreiben können, dass ich halt dran bleibe und mich dann immer fragt wie macht sie das?

00:50:17: Also zu sehen ah okay es ist einfach weil in diesen Dialogen irgendwie im Wechsel Frage Antwort Frage Antwort viel mitgegeben wird.

00:50:25: Und dadurch erfährst du natürlich ohne dass es halt didaktisch wirkt oder vortragsmäßig oder essiistisch viel über diese Welten.

00:50:34: Eigentlich auch so ein bisschen einen Sonnenjagen und Sammeln auf eine Art.

00:50:37: Ich sammle Antworten, was finde ich eigentlich schön?

00:50:39: Aber letzten Endes ist ja auch... Also dann die Carrier-Back-Theorie ist zehn Jahre oder zwölf Jahre jünger.

00:50:48: und nach beispielsweise das Possession.

00:50:51: Man will ja auch immer denken, so Leute entwickeln irgendwie ihre Theorien weiter, hauen ne Geschichte in den Müll weil sie sich denken, die war nicht gut!

00:50:58: Dann wohnen sie wieder raus und sagen sich so da mache ich jetzt etwas draus Machst du grad was mit ihr wieder?

00:51:06: Begleitet sie dich weiter?

00:51:09: Ja, ja.

00:51:10: Also schon irgendwie immer auch insofern ist es... Ich schreibe gerade so Essays über Ausverstaatlichkeit und dann ist natürlich die sozusagen das Worldbuilding diese Utopie-Gedanke und so ist immer ... Das wird mich glaube ich immer begleiten.

00:51:30: also bei das einfach Irgendwie, mein politischer Impuls ist halt leider...

00:51:34: Beim Leider hast du Utopie-Bildungen und Wohlbildungswahl?

00:51:37: Es ist halt einfach auch ein bisschen undankbar.

00:51:39: Also die Utopia an sich ist ein bisschen unankbar, weil die natürlich... Und das muss man aussagen, es ist ja fast mutig, dass sie das macht!

00:51:47: Weil sozusagen du hast immer die Kitschgefahr, du hast irgendwie... Man muss es eben immer verkomplizieren gerade wenn du es in der Literatur machst Aber auch wenn du den Sachtext über eine Gemeinschaft schreibst, die dir gefällt oder so politisch.

00:52:06: Es sind immer noch Menschen ja.

00:52:09: Das stimmt!

00:52:10: Ja

00:52:11: genau und ansonsten schreibe ich aber also das Prosa die ich gerade schreiber hat damit gar nichts zu tun.

00:52:21: Was?

00:52:21: Also ich meine es ist ja mal so... Man macht sich als schreibende Person immer sehr viele Gedanken.

00:52:26: Ich weiß nicht, wie es dir da geht aber ich glaube wir sind ja alle auf eine Art irgendwie nicht frei von dieses so... man wünscht sicher doch irgendwas würde das was Schriftstellen, Schriftstellende tun am Verlauf der Welt, am Verlaufe der Zeit.

00:52:43: Möge ist irgendwie ändern, möge ist etwas machen, möges etwas tun berühren, Empathie bilden und was auch immer.

00:52:50: Welche Rolle siehst du dafür?

00:52:53: Science-Fiction oder für eben Speculative Fiction.

00:52:55: Also, weil das ja schon... also ich finde es, wie du auch gerade gesagt hast, wie Du auch über mal den Hausruf vorgesprochen hast, dass wird immer so rausgezogen in so einen Moment.

00:53:03: Oder jetzt auch grad bei der ersten Trump Administration, wo viel um Abortion Rights in den USA ging, wo irgendwie einfach Margaret Edward so raus gekramt wurde wieder aus der Schublade und weil's auch gerade...

00:53:16: Orwell kommt auch

00:53:17: wieder!

00:53:18: Orwell ist auch immer wieder rausgeholt, genau Also ein bisschen so fast als Mahnende, aber am Ende des Tages sind wir ja dann doch da wo wir sind.

00:53:28: Obwohl die irgendwie vor fünfzig, sechzighundert Jahren uns das schon mitgegeben haben?

00:53:34: Ja ich weiß nicht also... Ich habe nicht so viele Illusionen darüber was literaturpolitisch.

00:53:39: Also ich sage auch immer Leuten die so sagen ja bei was können wir denn machen denke ich mal so ja dann organisiert Es findet einfach woanders statt, da muss man sich organisieren.

00:53:47: Das findet man vielleicht nicht in der Kunst.

00:53:49: Das ist aber auch okay und ich meine was Kunst ja durchaus kann ist eine Art Weltbeschreibung und dass die dann immer mal wieder aktueller wird und weniger aktuell.

00:54:00: und so ist ja auch klar es gibt jetzt immer so viel Abgesänge auf die Dystopie wo ich so denke naja also ich mein auch das ist ja nur eben ne Beschreibung der Realität, die man sieht irgendwie.

00:54:13: Wo ich die große Stärke tatsächlich sehe in der Literatur und gerade der politischen Literatur ist in der Ambigoietätstoleranz weil sozusagen ein Roman muss ja keine Meinung haben, der muss keine Konklusio haben, er kann einfach Dinge überlegen und insofern ist es fast wie das bessere Essay auf einer Art.

00:54:33: Also weil Essay heißt ja auch Versuch.

00:54:35: also du kannst halt sozusagen Dinge dir überlegen Wie du auch vorhin gesagt hast, dass sie sich das durchdenken musste, während sie das geschrieben hat.

00:54:44: Manchmal schreibt man Dinge einfach nur damit man sie durchdenkt kann und dann gibt es eben Sachen die am Ende keine... Und das muss nicht der Punkt sein!

00:54:51: Du musst nicht darauf hinarbeiten, dass du eine befriedigende Konklusio hast oder ein Pamphlet hast oder jemanden aufrufen willst zu irgendwas Sondern du kannst über Dinge nachdenken.

00:55:03: Insofern finde ich das seltsam.

00:55:07: Also ich finde in Deutschland viel stärker noch als den anderen Diskurs, den ich gut kenne ist im englischsprachigen Raum.

00:55:15: Diese Idee, dass Literatur kann nicht politisch sein weil sie dann sofort didaktisch wird.

00:55:21: Das gibt es ja bei älteren Veltungen so Gen X-Veltungmitarbeitern die finden, dass Romane sich mit politischen Themen befassen.

00:55:36: Man kann natürlich sagen, alle Romane sind politisch.

00:55:38: Aber dass die immer schlechte Kunst sein müssen, weil sie sozusagen immer pädagogisch und in erhobenen Zeiten für Finger haben.

00:55:47: Das ist die Annahme.

00:55:49: Und das finde ich so falsch, weil es ja genau eben das Gegenteil ist... Also natürlich gibt es das auch!

00:55:55: Es gibt auch agitprop und schlechte Kunst und so.

00:56:00: Aber eigentlich hat das eben genau die Prosa, die Chance Dinge zu fahndeln ohne didaktisch und pädagogisch zu sein.

00:56:08: Ja, ich glaube das kommt bei diesen speziellen Föhtronisten auch einfach aus einer Form von privilegierter Situation heraus.

00:56:16: Wo irgendwie der Gedanke ist wenn man Kunst macht dann beschäftigt man sich doch mit was schönem und so weiter.

00:56:22: Und denkst du ja weil es gibt Leute die machen Kunst schreiben, machen Musik aus einer anderen Motivation heraus.

00:56:27: Weil sie etwas anderes zu verarbeiten und zu sagen haben.

00:56:31: Wenn ihr das als politisch und didaktischen Zeigefinger lest, ist das ehrlich gesagt euer Problem?

00:56:35: Wir sind immer an diese Geschichte denken.

00:56:39: Es gibt Moritz Basslers, so ein Populiteratoren-Vetiker und er hat einen Essier geschrieben über Mitkalt.

00:56:45: und dann schreibt der Olivia Wenzel, hat ein Buch geschrieben in dem es eine Szene gibt wo es einen Ambaggasee sitzen Nazis und diese Nazis greifen die Personen an also die Protagonisten.

00:56:58: Und dann sagt er ja das ist ja klar, dass sie unterkomplex weil die Nazis werden als böse dargestellt.

00:57:08: Sorry, aber es gibt auch so etwas wie Plausibilität.

00:57:11: Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Nazis die Person angreifen.

00:57:15: Aber das gilt als politisch unterkomplex nur weil es so plausibel ist!

00:57:21: Das ist aber total seltsam.

00:57:23: Es ist auch interessant, dass du sagst, weil eine Freundin von mir, die gerade an ihrem Anuskript arbeitend hat genau das Gleiche über genau eine ähnliche Szene grade gehört von, ich glaube mit ihrem Agenten oder Lektor wo ich auch gesagt habe so Ähm... Aber das ist doch nur also, wie du sagste klausibel und ich würde sagen es ist doch noch die Realität.

00:57:39: Also das ist So funktioniert das!

00:57:43: Wir können jetzt irgendwie nicht die Nazis zeigen, wie sie halt irgendwie in ihren Zimmer sind, sondern nie zu lesen.

00:57:48: Ja

00:57:48: und die andere Seite davon dass ich immer die Diskussion beim ersten Roman, der ja in den zwanziger Jahren gespielt hat.

00:57:55: Hatte ich zwei Protagonisten ... Also einer war Kommunist und die andere war auch eben so vageantifaschistisch.

00:58:03: Und es war dann immer so, das kann ja nicht sein, dass es irgendwie unterkommt.

00:58:07: Das wurde mir auch sozusagen gesagt, dass das irgendwie unterkomplex ist?

00:58:11: Weil dann irgendwie sind die zu gut oder so.

00:58:16: Einfach.

00:58:17: Und ich war aber so, ja aber sorry, in den zwanziger Jahren gab es Kommunisten und es gab auch Antifischisten die gab's einfach soll ich dir jetzt weglassen nur weil also weil sonst irgendwie Potenziell als politisch unterkomplex gelesen.

00:58:30: Also solche Sachen sind schon immer sehr seltsam.

00:58:33: Ja,

00:58:34: ich glaube es ist halt... Es gibt dann einfach Menschen die wünschen sich irgendwie das Dinge komplizierter werden, als sie eigentlich sind.

00:58:41: also das fällt mir auch ganz oft auf.

00:58:44: Das ist jetzt nochmal ein ganz anderes Thema, das fällt man auch ganz öfter darüber auch wenn Frauen über was weiß ich toxische Beziehungskomplexe und so schreiben und dass dann halt von Männern besprochen wird und dann eben ja auch ganz gerne hart auseinander genommen wird nur weil ihr nicht sehen wollt, dass es so ist wie's ist.

00:58:59: Und das sehe ich da irgendwie auch so aus.

00:59:02: Aber das ist noch mal eine

00:59:04: ganz andere... Ja jetzt sind wir geschehen

00:59:05: abgekommen?

00:59:06: Das macht nichts!

00:59:07: Das hat ja alles hier irgendwie so sein Platz.

00:59:09: aber Last Words about Miss Kale Gwynn von dir für uns nochmal wenn du möchtest.

00:59:15: Ich weiß nicht ob ich jetzt sich bin schlecht in so Soundbites.

00:59:19: Das ist nicht schlimm.

00:59:19: mir soll sagen wie sollen sie alle lesen?

00:59:21: Ja genau man sollte die lesen finde ich auf jeden Fall.

00:59:25: Teresia, ich danke dir sehr herzlich.

00:59:27: Das hat Riesenspaß gemacht!

00:59:29: Wie schön.

00:59:29: Ja auch.

00:59:29: Vielen Dank.

00:59:29: Bis bald.

00:59:29: Bis dann.

00:59:36: Das war die neue Ausgabe von Vampire – dem Podcast über Frauen, die schreiben.

00:59:41: Heute mit der Autorin Teresie Ensensberger, der uns die Science-Fiction-Schriftstellerin Ursula Kehle-Grün als Heldin mitgebracht hat.

00:59:49: Vampire wird wie immer produziert von Kathrin Albrecht und Asja Kurtulu, folgt uns gerne auf der Plattform Eurus Vertrauens oder auf Instagram unter vampire-Podcast.

01:00:00: Mein Name ist Rasha Chayat, Autorin, Übersetzerin, Haustund Erfinderin von Vampire und bis zum nächsten

01:00:06: Mal euch

01:00:07: allen

01:00:08: eine gute Zeit!

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